Frühbucherrabatt für Winterreifen

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Edward Gerner prüft die Profiltiefe eines Winterreifens. Der Experte für Nissan und Mitsubishi hat ein volles Lager.

Rödermark/Rodgau (bp/rob) - Eigentlich scheint es abwegig, im Hochsommer (zumindest dem kalendarischen) an Winterreifen zu denken. Doch die Autohäuser in der Region planen bereits fleißig, um einen Reifen-Engpass wie im vergangenen Jahr zu vermeiden.

Damals hatte die Einführung der gesetzlichen Winterreifenpflicht einen Ansturm auf den Reifenhandel zur Folge.

„Zwischen Mai und Ende Juni haben wir die Vor-Dispo gemacht“, sagt Thomas Murmann, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses in Nieder-Roden. Auch Edward Gerner, Spezialist für Nissan und Mitsubishi in Ober-Roden, hat bereits „zusätzlich zur Grundausstattung kräftig geordert“. Der Kfz-Meister und Autohausinhaber sagt, dies sei schon wegen des guten Verkaufs an Neuwagen erforderlich. Generell erwartet der Auto-Mann aber einen geringeren Ansturm als im vergangenen Jahr. Gerners Tipp: die Reifen früh bestellen, dann sind manchmal Sonderkonditionen drin.

Auch Stefan Schleicher, Toyota-Geschäftsleiter aus Nieder-Roden, hat voraus gedacht: „Bei uns war am 29. Juli Stichtag. Wir haben alle Bestandskunden bezüglich der Winterreifenbestellungen informiert.“ Zusätzlich hat er einen begrenzten Vorrat an Reifen vorbestellt.

Keine Knappheit zu erwarten

Wirklich sicher können sich die Händler jedoch nie sein. „Das ist wie in einer Gaststätte, die wissen vor dem Wochenende auch nicht wirklich, wie viele Schnitzel sie brauchen“, zieht Thomas Murmann einen Vergleich. Auch seien Reifen nicht unbegrenzt lagerfähig. „Ich kann ja nach zwei Jahren keinen Reifen mehr für neu verkaufen. Das Herstellungsjahr steht auf dem Reifen drauf. Gerade bei den Winterreifen härtet der Gummi aus. Die Reifen sind dann nur noch die Hälfte wert.“ Eine Knappheit wie in der letzten Saison erwartet keiner der Autohändler. 2010 sei die neu eingeführte Winterreifenpflicht verantwortlich für die Lieferengpässe gewesen. Nun müsse eigentlich jeder einen Satz Reifen besitzen, meint Stefan Schleicher.

Manfred Szamatulsky, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses in Urberach, bestätigt das. Aber auch die Abwrackprämie sei mitverantwortlich für die Knappheit gewesen, weil viele Leute neue Autos kauften, für die sie auch Winterreifen benötigten. „Außerdem hatten wir einen langen Winter.“

Übertrieben hohe Preise hat Thomas Murmann 2010 übrigens ausschließlich im Internet beobachtet. „Unsere Großhändler hatten faire Preise, nur im Internet wurden die Reifen plötzlich zu Wucherpreisen angeboten.“

Quelle: op-online.de

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