„Früher haben Eltern friedlich zugeguckt“

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Den symbolischen Anstoß der Aktion „Fair bleiben, liebe Eltern“ nahmen Bürgermeister Roland Kern und Viktoria-Kapitän Naser Selmanaj mit Spielern der E-Jugend vor.

Urberach (chz) ‐ Als einer der ersten hessischen Fußballvereine hat der FC Viktoria eine Aktion „Fair bleiben, liebe Eltern“ angestoßen, die sich gegen jegliche Gewalt rund um das runde Leder und den Sportplatz richtet.

René Hirsch, Jugendtrainer, Projektleiter und natürlich auch Vater kickender Kinder bei der Viktoria, begründet die Elternsensibilisierung mit dem schlechten Klima, das zunehmend rund ums Spielfeld herrscht.

Schuld sind oft Eltern und Familienmitglieder, die sich aus übertriebenem Ehrgeiz, Frust oder auch reiner Lust am Gemecker zu einem Benehmen hinreißen lassen, das ihren Kindern keineswegs zum Vorbild gereicht. „Wir wollen den Familien ihre Verantwortung vor allem im Bereich Integration, Toleranz und Antirassismus aufzeigen und sie zu eigen- und gruppenverantwortlichem Handeln ermuntern.“ Dabei sieht Hirsch die Elternschaft der Viktoria keineswegs als schlechtes Beispiel, sondern möchte sie in der Rolle der Vorbilder gerne Schule machen sehen.

Bürgermeister und Schirmherr Roland Kern, selbst 17 Jahre lang bei der Viktoria aktiv gewesen, staunt heutzutage schon über das veränderte Umfeld bei Spielen der Jugendmannschaften: „Unsere Eltern haben manchmal zugeguckt, aber waren friedlich.“ Was die meisten heute ja auch noch seien, doch den Anderen gelte es vorbildhaft zu begegnen.

Fußball hat nur eine Sprache

Viktoria-Spielführer Naser Selmanaj weiß genau, wovon er redet, wenn er zu sensiblem Umgang und Toleranz gerade bei der Integration aufruft. „Fairer Sport mit Freunden“ - das hat ihm, als er mit neun Jahren nach Deutschland kam, geholfen, in dieser Gesellschaft schnell angekommen zu sein. „Fußball hat nur eine Sprache, und diese eine Sprache hat mir sehr geholfen.“ Viktoria-Präsident Werner H. Braun freute sich, dass auch Heinrich Pfeil als Beauftragter des Hessischen Fußballverbandes der Kampagneneröffnung beiwohnte. „Ich bin begeistert von Ihrer Idee, Planung und Umsetzung“, lobte Pfeil.

Unterstützt vom Deutschen Fußballbund und dem Hessischen Fußballverband, versucht die Viktoria bis zum 12. Juni 2010 mit Kindern und Eltern ins Gespräch zu kommen, so etwa heute beim Elternabend aller Jugendmannschaften. Eines der Ziele ist es, dass die Eltern auch gerade von neu angemeldeten Kindern eine Selbstverpflichtungserklärung unterschrieben. Auf der Homepage sind sowohl ein Elterncheck als auch ein Frage- und Antwortbogen der Aktion „Fair bleiben, liebe Eltern“ sowie alle Details zur Aktion eingestellt.

Quelle: op-online.de

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