Der Frühling ist da

Lust aufs Draußensein

+
Nicht nur in der Rathenaustraße in Ober-Roden blühen Mandelbäume und erste Obstbäume.

Rödermark - Dicke Hummeln an den Fensterscheiben, gelbe Zitronenfalter zwischen den knospenden Büschen, blühende Mirabellen weit früher als sonst, mehr Menschen in Freien, egal ob zu Fuß, auf Fahrrädern oder auf zweimal vier Rollen unterm Körper. Von Christine Ziesecke 

Der Frühling ist spätestens am Sonntag richtig in Rödermark angekommen und macht sich breit, und die Menschen genießen es. Die Restaurants mit geschützten Terrassen wie etwa „Da Leone“ in Urberach oder das Café „Süße Ecke“ in Ober-Roden sind gut besucht; die echten Biergärten sind allerdings noch geschlossen. „Da muss schon mal eine Woche lang eine konstante Temperatur herrschen, sonst ist es zu aufwändig, die schweren Biertische und -bänke durch die Gegend zu schleppen“, erläutert Hans Gensert im Hotel „Odenwaldblick“ auf der Bulau, von der aus der Frühling bis weit ins „Tal“ hinunter betrachtet werden kann. Gensert hätte sogar schon die Spargelsaison einläuten können: „Uns wurde am Donnerstag, 6. März, der erste Spargel angeboten. Das hatten wir noch nie, und wir haben ihn auch nicht ins Angebot genommen – er schmeckt noch nach nichts.“

Das Naturfreundehaus, ein weiteres Ausflugslokal auf der Bulau, eröffnet erst am Wochenende unter neuem Pächter. Voll im Geschäft sind dagegen die wenigen Eisdielen in Rödermark wie etwa das „Venezia“ in Urberachs Ortsmitte. Noch nicht geöffnet, aber schon groß angekündigt ist ein neues Eiscafé in Ober-Rodens Mitte, das „Gelatokissimo“, gleich neben dem Rathaus. Auf den Straßen ist der Frühling auch deutlich zu sehen: Cabrios haben ihr Verdeck aufgerollt, und die Motorradfahrer genießen die ersten Ausfahrten Richtung Odenwald, meist in ganze Gruppen.

„Hier ist schon richtig viel los“

Eifrige Bewegung beim Geflügelzuchtverein: Sechs Wochen etwa ist das Federvieh früher dran als im extrem späten Vorwinter. Seit voriger Woche schon sitzen die Tauben auf ihren Eiern, was sie 2012 erst Ende April taten, und auch die Hühner legen jetzt vermehrt. Das bedeutet auch frühere Arbeitseinsätze für die Züchter, die ihre Volieren fürs Frühjahr herrichten müssen. „Hier ist schon richtig viel los“, freut sich GZV-Vorsitzender Mario Luther, der – nachdem der Verein bis auf den letzten Platz ausgebucht ist - sogar sein eigenes Gelände mit einem neu angemeldeten Jungzüchter teilt, damit der 24-Jährige Zwerghühner züchten kann.

Die Hobby-Gärtner wie etwa Gerd Frank warnen etwas. Garten vorbereiten, Erdbeeren zurückschneiden, Beete auflockern und vor allem düngen, damit es dann losgehen kann; aber nicht zu früh loslegen. Die Kartoffeln sollten es erst in vier Wochen etwa in die Erde; Salatpflänzchen können gern schon mal unter Folie gesetzt werden. Dann kann das gesunde Grün in vier Wochen etwa auf den Tisch. Ihren Spaß am verfrühten Frühling haben Benny und Tommy, die im Herbst geborenen jüngsten Ziegen von Gerd Frank, die gemeinsam mit allen anderen Ziegen und mit den Hühnern durch den Garten toben.

Frühlingserwachen in Rodgau und Rödermark

Frühlingserwachen in Rodgau und Rödermark

Für den Naturschutzbund (NABU) haben die milden Temperaturen ganz andere Folgen. Außenarbeiten wie Baumschnitt und Mäharbeiten müssen früher beendet werden, um die weiter als üblich gereifte Natur nicht mehr zu stören, etwa brütende Vögel. Zudem ist zu erwarten, wie NABU-Vorsitzender Dr. Rüdiger Werner befürchtet, dass es mehr Schädlinge geben wird. Sie erfrieren sonst oft bei heftigen Frösten unter dem Laub, nur dieser Frost fehlte dieses Jahr. „Dafür freuen wir uns über unseren Kiebitz in der Grünen Mitte: Er wurde am 22. Februar schon zum ersten Mal zurück in Rödermark gesichtet – das hatten wir in den fünf Jahren, in denen wir ihn beobachten, noch nie.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare