Fußballer zeigen Herz für Kinder

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„We are the Champions“: Kickers-Präsident Dieter Müller (rechts) überreichte im Beisein von Bruno Seibert, dem Vorsitzenden der Kinderhilfe-Stiftung, den von ihm gestifteten Pokal an die Sieger vom Fußballcamps Darmstadt-Dieburg.

Urberach - Zum dritten Mal richtete Ralf Jünger, Vertriebsleiter des RGS Gebäudedienstes in Ditzenbach, gemeinsam mit Freunden und mit seinem Heimatverein KSV Urberach eine Benefizveranstaltung aus unter dem Motto „Fußball und Party für einen guten Zweck“. Von Christine Ziesecke

Zum ersten Mal hatten 2008 in der Halle Urberach Mannschaften für die gute Sache gekickt, 2009 waren es dann zwei Auswahlmannschaften gewesen, die für die Kinderhilfestiftung ihre Fußballschuhe schnürten. Der Kontakt zur Stiftung war über Jüngers Bruder entstanden, der dort im Vorstand sitzt. Die Zusammenarbeit mit dem KSV Urberach kommt aus seiner eigenen Geschichte. „Ich bringe hier meine Hobbys Fußball, Musik machen und Netzwerk zusammen“ – Musik, weil’s nach dem Sport noch gute Party gibt mit dem hobbymäßigen DJ, der selbst bei Viktoria Griesheim in der Oberliga gespielt hat. Ein gutes Netzwerk ist unerlässlich, wenn man zehn Mannschaften auf den Platz bringen will, die alle früher selbst mit Fußball Geld verdient haben, hier aber 150 Euro Startgeld bezahlen, um bei gefühlten 50 Grad auf dem KSV-Rasen kicken zu dürfen.

Beim ersten Mal 2008 gab’s 1 207 Euro Reinerlös, beim nächsten Mal schon 5 068 Euro und eine weitere Einzelspende über 2 500 Euro sowie 500 Euro für die damals noch leukämiekranke Michelle Schneider.

Durchaus voll zur Sache ging’s beim letzten Vorrundenspiel der KSV-Kicker in den weißen Trikots gegen das Sport-Grimm-Team. Alle Teilnehmer des wieder einmal von Ralf Jünger initiierten Benefizturniers waren mit Herz und Kopf bei der Sache.

Großes Lob zollte der Turnierchef dem KSV und dessen Team, allen voran Organisator Henning Brandt. Doch auch hinter fast jedem der teilnehmenden Teams steht letztlich eine eigene Geschichte, die zur Teilnahme an dem Benefizturnier bewogen hat. So etwa das Uwe-Schulz-Team, dessen Name mit der Rückennummer „5“ auf jedem Spielertrikot an einen früh verstorbenen Sportsfreund erinnert, dessen Witwe extra aus dem Sauerland angereist gekommen ist. Oder das „Mike-Team“, bestückt mit Fußballern aus Rödermark, Eppertshausen und Messel, alle uralte Kumpels in Sachen Fußball und fast alle mindestens schon mal in der Landesliga und höher auf dem Platz. „Mittlerweile sind wir vor allem an diesem Bereich hier Champions League“, betonte ihr Spielführer lachend mit Blick auf die Bierinsel, an der sie alle einen Pausendrink nahmen.

Ehrensache, hier dabei zu sein

Drei Schiedsrichter sorgten für die rechte Ordnung, die es – obwohl wie Gerhard Hallstein schon über 40 Jahre in der Region oder über 70 Jahre alt wie Horst Frank– als Ehrensache betrachten, bei diesem Turnier dabei zu sein. Sie haben im Vorfeld den Rasen gemäht, sich um die Wasserversorgung gekümmert und vieles mehr. Moderiert wurde das Spektakel von der Frankfurter Moderatorin Melanie Kösser, die übers Mikro auch aktuelle Zwischenstände aus der Bundesliga weitergab.

Im Endspiel standen sich schließlich die Mannschaften des TV Nieder-Klingen und jene des Fußballcamps Darmstadt-Dieburg gegenüber, deren Jüngste bereits in einem Einlagespiel ihr Können gezeigt hatten. Das Fußballcamp errang den Siegerpokal; Dritter wurde das Börsenteam nach Siebenmeterschießen gegen das Sport-Grimm-Team.

Den sechsten Platz erlangte der Hausherr, die Mannschaft des KSV Urberach. „Aber nur, weil sie so viel für das Turnier zu tun hatten, dass sie gar keine Kraft mehr zum Fußballspielen hatten“, tröstete Schirmherr Dieter Müller, Präsident der Offenbacher Kickers, die Urberacher. Müller, der den Pokal gestiftet und selbst auch engagiert mitgespielt hatte, versprach, bei einem derart gut vorbereiteten und durchgeführten Turnier zugunsten einer so guten Sache im kommenden Jahr gerne wieder die Schirmherrschaft zu übernehmen.

Große Freude zeigte auch Bruno Seibert, der Vorsitzende der Kinderhilfe-Stiftung, über das Engagement. Eintrittsgelder, Erlöse bei Verköstigung und Tombola, die mit hohen Sachpreisen lockte, kommen vollständig der neuen Aktion der Kinderhilfestiftung zugute: einer Kinderschutz-Ambulanz an der Uniklinik Frankfurt. Die Stiftung hat in den letzten Jahren erfolgreich mehr als 300 Projekte realisiert – kleine und große, spektakuläre und unscheinbare.

Quelle: op-online.de

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