Bauvorhaben nehmen Gestalt an

Aufbruch in Gallusgemeinde

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Das neue Gallusheim gegenüber der Kirche soll am 18. Juni, 18 Uhr, eingeweiht werden. Derweil reifen die Pläne für die Bebauung des alten Gallusheimgeländes mit Reihenhäusern.

Urberach - Während der Neubau des Gallusheims Stein für Stein seiner Einweihung am 18. Juni entgegen wächst, planen die Kirchengemeinde St. Gallus und die LBS Immobilien GmbH schon die nächste Baustelle.

Spätestens im Herbst sollen auf dem Gelände des alten Gallusheims an der Schömbsstraße die Erschließungsarbeiten für den Bau von 13 Reihen- und Doppelhäusern beginnen. Die Gemeinde bringt etwa zwei Drittel des alten Gallusheimsgeländes auf Erbpachtbasis in das Bauvorhaben ein. Gedacht ist an vergleichsweise günstige Häuser ohne Keller vorzugsweise für junge christliche Familien. Kosten: etwa 220 000 Euro. Fertigstellung ist voraussichtlich Ende 2015. Gestern stellten Pfarrer Klaus Gaebler, LBS-Projektentwickler Raymond Schüttke und Ralf Liebscher, Obmann des Verwaltungsrats, das Projekt vor.

Liebscher rechnet mit Erbpachtzinseinnahmen für die Gemeinde zwischen 25.000 und 40.000 Euro im Jahr. Der Zins, den Familien zu zahlen haben, kann durchaus schwanken, da es für Kinder Boni gibt. Mindestens müssen 2,5 Prozent pro Jahr vom Bodenrichtwert je Quadratmeter gezahlt werden. Schüttke rechnete vor, dass sich - je nach Grundstücks- und Familiengröße - ein Betrag von 80 bis 200 Euro im Monat ergebe. Bei den gegenwärtig niedrigen Baukreditzinsen sei es für Familien mit 100 000 Euro Eigenkapital denkbar, mit einer monatlichen Gesamtbelastung (Erbpacht, Kreditzinsen, Tilgung, Energiekosten) von etwa 750 Euro auszukommen. Und das bei rund 140 Quadratmeter Wohnfläche. Schüttke lobte das Engagement der Gemeinde für junge Familien. „Nachlässe beim Erbpachtzins sind sonst nicht üblich.“

Errichten sollen die Häuser die Berus GmbH als Bauträger und die H&G Immobilien GmbH als Generalunternehmer. Beide Firmen sitzen in Staufenberg im Landkreis Gießen. Eigentlich wollten die Unternehmen auf dem Gelände 19 Häuser bauen. Mit Rücksicht auf Anwohner und Interessen der Gemeinde bleibt es nun bei 13. Die Liegenschaften werden nach dem Wohnungsdeigentumsgesetz in Wohneinheiten geteilt. Ein kleines Blockheizkraftwerk auf dem Grundstück führt den Häusern Energie zu für warmes Wasser und Heizung. Auch der Kindergarten und das Schwesternhaus hängen künftig an diesem Blockheizkraftwerk. Am Montag, 19. Mai, beginnt um 19 Uhr im Kindergarten eine Informationsveranstaltung für interessierte Käufer.

Ferienspiele in der Gallusgemeinde

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Erforderlich geworden war die Vermarktung des alten Gallusheimgeländes, weil die Gemeinde ein neues Zentrum an der Kirche bauen muss. Das alte Zentrum an der Schömbsstraße war rund 100 Jahre die zweite Heimat der Urberacher Katholiken. Dessen Ersatz an der Kirche kostet 1,75 Millionen Euro. Die Gemeinde muss einen Eigenanteil von 550.000 Euro aufbringen. Bisher sind 150.000 Euro Spenden dafür eingegangen, sagte Pfarrer Gaebler gestern und kündigte ein weiteres Projekt an: „In neun Jahren wird unsere Kirche 200 Jahre alt. Fußboden, Dach, Bänke und die Heizung müssen saniert werden.“ Die Gemeinde wolle sich nicht in große Schulden stürzen. Die Einnahmen aus der Erbpacht verschafften zum Glück „Planungssicherheit“.

(bp)

Quelle: op-online.de

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