Gallusheim teilweise weiter nutzen Heimat gefunden

Urberach - (lö) Im Streit um die Zukunft des Gallusheims hat Generalvikar Dietmar Giebelmann, der Verwaltungschef des Bistums Mainz, einen Kompromiss vorgelegt. In einem Brief an Pfarrer Klaus Gaebler spricht sich Giebelmann sowohl für den Neubau eines kleineren Gemeindehauses neben der Kirche als auch für eine befristete Weiternutzung des Gallusheims aus.

Dessen Renovierung würde rund 750 000 Euro kosten. Der Kreis hatte das Gallusheim Anfang Februar wegen schwerer Mängel beim Brandschutz geschlossen.

Generalvikar Giebelmann, von 1976 bis 1983 selbst Pfarrer in Urberach, erklärte, dass das Bistum den Kauf der früheren Bäckerei Edelmann zwischen Kirche und Pfarrhaus aufgrund seiner eigenen Erfahrungen in der Gemeinde unterstützt. Es wolle verhindern, dass „an dieser sensiblen Stelle“ Geschäfte hinkommen, die nicht neben ein Gotteshaus passen. Ein Architekten-Wettbewerb soll Vorschläge für das neue Gemeindezentrum liefern.

Ebenso deutlich lehnt Giebelmann aber auch einen Verkauf des Gallusheim-Geländes ab: Es soll der Kirchengemeinde erhalten bleiben. Die Diözesanbauverwaltung will mit der Gemeinde nach Wegen suchen, wie der hintere Teil des Gebäudes, das so genannte Jugendheim, weiter genutzt werden kann. Das Bistum hat Widerspruch gegen den Verbotsbescheid des Kreises eingelegt und einen externen Architekten mit einem Gutachten beauftragt.

„Das Bistum möchte aus wirtschaftlichen Gründen im Blick auf die Zukunft kein Gelände veräußern. Wir wissen auch, dass wir langfristig für den Kindergarten neue Möglichkeiten suchen müssen“, macht Generalvikar Giebelmann klar, was nicht geht. Pfarrer und Verwaltungsrat wollten zumindest einen Teil verkaufen, um den Neubau zu finanzieren.

Pfarrer Gaebler wollte zu dem Kompromiss auf Anfrage unserer Zeitung gestern keine Stellungnahme abgeben. Das sei Sache des Bistums.

Die Initiative „St. Gallus aktiv“, die rund 500 Unterschriften für den Erhalt des Gallusheims gesammelt hat, sieht den Brief aus Mainz als Teilerfolg. „Der Aufwand hat sich gelohnt“, freuten sich Gerd Richert und Christiane Sturm von „St. Gallus aktiv“. Die Initiative sieht Pfarrer Gaebler in der Pflicht: „Wir hoffen auf eine zügige Umsetzung der Maßnahmen, so dass mit einer baldigen Teilnutzung das Platzproblem der Gruppen schnell gelöst wird.“ Richert und Sturm bekräftigen, dass sie nach „all den Verwirrungen der vergangenen Wochen“ den „Weg eines gemeinsamen Handelns“ mitzugehen bereit sind.

Das Schreiben des Generalvikars enthält allerdings weder einen Zeitplan für die Behebung der Brandschutzmängel im Gallusheim noch für den Umbau der Bäckerei Edelmann zu dessen Nachfolger.

Urberach (chz) Nach der Schließung des Gallusheimes suchten die St.-Georgs-Pfadfinder nach Räumen für ihre Gruppenstunden mit 58 Kindern. Die Initiative „St. Gallus aktiv„ stellte den Kontakt zum Geflügelzuchtverein 1927 Urberach her, der sich sofort bereit erklärte zu helfen. Die Pfadfinder können ihre Gruppenstunden jetzt vorübergehend in einem Raum des Vereinsheimes in der Römerstraße abhalten und haben die Natur direkt vor der Haustür.

Quelle: op-online.de

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