Gallusheim weicht Wohnhäusern

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Das Gallusheim wird bald Geschichte sein. In der Schömbsstraße entsteht ein kleines Wohngebiet. Mit dem Erlös der Grundstücke will die katholische Kirchengemeinde ihr neues Zentrum mitten in Urberach finanzieren.

Urberach - Die Kirchengemeinde St. Gallus darf das Gelände ums Gallusheim vermarkten, um mit dem Erlös ihr neues Gemeindezentrum zu finanzieren.

Nach dem einstimmigen Beschluss Stadtverordnetenversammlung können in der Schömbsstraße unter anderem Doppel- und Einzelhäuser errichtet werden. Als Baubeginn für das Gemeindezentrum peilen die Urberacher Katholiken jetzt den März an.

Die Stadt will den Neubau zwischen Kirche und Pfarrhaus auch an einigen Tagen pro Woche für ihre Jugend- und Seniorenarbeit nutzen, erklärte Bürgermeister Roland Kern. Das erleichterte den Parlamentariern das „Ja“ zum Bebauungsplan „B33“, der einigen leichtes Bauchgrimmen bereitete. „Wir hätten uns eine etwas weniger verdichtete Bebauung gewünscht“, kritisierte Horst-Peter Knapp (CDU) stellvertretend für mehrere Redner aber allenfalls leise.

1,5 Millionen Euro teure Begegnungsstätte

In der Summe jedoch - und das spiegelt ja auch das Abstimmungsergebnis wider - überwiegen die Vorteile für die Stadt. Denn sie müsse, so Bürgermeister Kern, keine Wohngebiete auf der grünen Wiese ausweisen, sondern könne sich auf die Innenentwicklung ohne zusätzlichen Flächenverbrauch konzentrieren.

Das in die Jahre gekommene, nach heutigem Maßstab viel zu große Gallusheim wird dann abgerissen - eine Entscheidung, die eine tiefe Kluft in die Reihen der Urberacher Katholiken gerissen hat. Denn es war lange ihre zweite Heimat.

Die St. Gallus-Gemeinde wartet derweil auf die Baugenehmigung für ihre rund 1,5 Millionen Euro teure Begegnungsstätte. Albert Grix vom Bauausschuss hofft, dass das begehrte Schreiben aus dem Kreishaus im Oktober eintrifft. Denn dann erst kann die Gemeinde mit den Ausschreibungen beginnen. Das Bistum Mainz verlangt Kostenklarheit, bevor es mit der Auszahlung seines Zuschusses in Höhe von 670.000 Euro beginnt. Den Rest müssen die Urberacher Katholiken mit städtischer Unterstützung (Geld für den Keller, Zuschüsse nach der Vereinsförderung) und eigenen Mittel bestreiten.

Fünf Grupenräume im Obergeschoss

In Sachen Kosten ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. Der „städtische“ Keller und ein Lift, der das Gebäude behindertentauglich macht, dürften das Projekt verteuern, eine einfacher strukturierte Fassade mit sechs statt sieben Giebeln dürfte einige Euro sparen. Am Zuschuss aus Mainz ändert das nichts, denn der orientiert sich an der Größe der Gemeinde.

Baufachmann Grix erläutert die Einzelheiten: Herzstück sind der 75 Quadratmeter Saal und ein 36 Quadratmeter großes Foyer im Erdgeschoss. Dort werden außerdem Küche, Sanitäranlagen und ein Gruppenraum untergebracht. Fünf zwischen 25 und 30 Quadratmeter große Gruppenräume finden im Obergeschoss Platz.

Quelle: op-online.de

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