Konzertparty des Endlisch-Musigg-Orchesters

Ganz großes Kino in der Kulturhalle

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Familientreffen auf der Bühne: Dirigent Andreas Zöller begleitet mit dem Endlisch-Musigg-Orchester seine Schwester Kerstin Hitzel am Saxophon.

Ober-Roden - Wer zu den Konzertpartys von „Endlisch Musigg“, geht, erhofft sich viel und wird nie enttäuscht. Die Nacht der Filmmusik war ganz großes Kino.

Das Seiteneinsteiger-Orchester des Musikvereins Viktoria 08 nennt nicht umsonst seine nur alle zwei Jahre präsentierten Auftritte „Konzertparty“, aber „Show“ oder „Revue“ würde auch passen. Hier ist immer etwas los, und das mit Stil und sehr viel Feingefühl für Ästhetik und guten Geschmack. Schon der erste Blick in die festlich gedeckte Kulturhalle bestätigte das. Der rote Teppich, der sich bis zur Bühne durchzog, war der richtige Auftritt fürs Orchester wie für die Gaststars, die rund um das Thema „Nacht der Filmmusik“ eingeladen waren.

Show ist wahrlich alles, doch wenn dahinter auch noch feine Beispiele bekannter Filmmusik dieses etwas anderen Orchesters steht, dann lohnt sich so ein Abend wirklich. Corinna Lang und Rüdiger Kling moderierten absolut locker und stilvoll in großer Robe ein musikalisches Programm der gehobenen Klasse. Außerdem führten sie durch viele bunte Einlagen fürs Publikum – Ratespiele, die von Tischgruppen im Saal oder von Suchscheinwerfern handverlesenen Kandidaten auf der Empore gelöst und mit Prosecco belohnt wurden.

Auch in die musikalische Programmgestaltung waren die Gäste eingebunden: Karten mit Songwünschen konnten bei der Begleitband „Backround“, die für ansprechende Pausen- und Hintergrundsmusik sorgte, abgegeben werden und wurden erfüllt. Ein musikalisches Rätsel – sieben Titelmelodien bekannter TV-Ausstrahlungen mussten vom Publikum erraten werden - wurden am Ende des Abends mit wertvollen Gutscheinen, unter anderem zu Musicalaufführungen, belohnt.

Vor fünf Jahren aus der Taufe gehoben, füllt „Endlisch Musigg“ mit seinen stets spektakulären Konzerten längst die Kulturhalle.

Die Portraits früherer Filmhelden von Marylin Monroe bis Humphrey Bogart bildeten ebenso wie die adretten jungen Damen mit Bauchladen und der unerlässliche Popcorn-Stand einen würdigen Rahmen fürs Musikprogramm, auf das sich Endlisch Musigg intensiv vorbereitet hatte und das aus weit mehr als 50 Instrumenten die Kulturhalle fulminant erfüllte.

Ob Muppet-Show oder Rocky, ob Moon River oder Miss Marple – alle Stücke des Programms erinnerten an große Filmzeiten, ohne das „junge“ Orchester zu überfordern. Diesmal war der schon gut bekannte Sänger Thomas Schmalz bei Endlisch Musigg zu Gast. Er sorgte etwa mit „Born to Be Wild“ für Stimmung im Saal.

Kerstin Hitzel – Schwester des Dirigenten Andreas Zöller – kam über den roten Teppich direkt zu ihrem Saxophon-Solo auf die Bühne. Und da aller guten Dinge drei sind, gabs auch noch das dritte Zöller-Familienmitglied: Als große Diva riss die ansonsten doch eher als sehr bodenständig bekannte Ortsbäuerin Mechthild Zöller die Gäste von den Sitzen. Mit ihrer Version von Edith Piafs „Milord“. Zwischen den Tischen flanierend, toppte sie den Showteil der Konzertparty und genoss die Beifallsstürme. Zumal sie einen weiteren Glanzpunkt des Konzerts ebenso mit belebte: Was im Programmheft schon Neugier weckte, weil es als „Moment for Morricone“ mit dem katholischen Kirchenchor „Cäcilia“ ausgeschrieben war, war absolut einmalig in Ober-Roden. Zu Sequenzen der Filmhits von Enrico Morricone wie etwa „Spiel mir das Lied vom Tod“ auf der Leinwand und den entsprechenden Arrangements, gespielt von Endlisch Musigg, sangen Mitglieder des Kirchenchors textlos die Überstimme – ein herzerfrischendes Zeichen der engen Verbundenheit des Musikvereins 08 und der katholischen St.-Nazarius-Gemeinde.

chz

Quelle: op-online.de

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