Gebremste Wanderlust

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An der Stempelstelle auf der Bulau herrschte am Sonntagmorgen bei noch recht frischen Temperaturen schon ab halb acht Uhr reger Durchgangsverkehr.

Urberach - (chz) Zum 32. Mal war der KSV Urberach am Wochenende Ausrichter internationaler Volkswandertage. Obwohl der Verein den 810 Läufern von gut ausgeschilderten Strecken über perfekten Verpflegungsservice bis zur Dusche im Vereinsheim größtmöglichen Komfort bietet, sind die Zahlen wie landesweit üblich rückläufig.

Dennoch standen beim Start am Samstag um sieben Uhr bereits die ersten wartenden Wanderer vor der Tür des Vereinsheims.

Die meisten von ihnen sind leidenschaftliche Volkswanderer. Fritz Venter etwa aus Burbach, der sich in perfekter Ausrüstung für die 10-Kilometer-Runde einschrieb, war morgens bereits in Braunfels ebenfalls zehn Kilometer marschiert. „Also, einmal in der Woche mindestens mache ich so etwas schon“, versicherte der Rentner. Ein anderer Wanderer hatte am Samstag frühmorgens eine 20-Kilometer-Runde gedreht und nach einem Kaffee festgestellt hat, dass er diese Strecke jetzt eigentlich noch einmal laufen könnte - sprach‘s und tat‘s. Je nach Streckenlänge galt es, bis zu drei Wertungsstempel an den Streckenposten einzusammeln. Die Wandervereine, die sich zumeist gegenseitig besuchen, versuchen allerdings mit der Zahl der Läufer zu beeindrucken; die Rödermärker Ortsvereine wetteifern um einen Wanderpokal für die zahlenmäßig stärkste Beteiligung.

Eine Besonderheit war auch dieses Jahr wieder eine Ausstellung des Briefmarkensammler-Vereins Rödermark, der auf drei großen Schautafeln die Sammlung unter dem Titel „Philatelie und Wandern“ vervollständigt hat.

Vorsitzender Klaus Karius hatte zuvor schon die Devise ausgegeben: „Bitte alles, was laufen kann, beim Volkswandertag mitmachen!“ So kam es am Sonntag im KSV-Heim zum großen Familien- und Vereinstreffen, und es wunderte niemanden, dass der Verein mit gerade mal 40 Mitgliedern 95 Teilnehmer aufbot und den Wanderpokal der Stadt nach dem dritten Sieg behalten kann. Überreicht wurde er von Bürgermeister Roland Kern. Der Kleingärtnerverein Erlenwald wurde mit 40 Mitstreitern auf den zweiten Platz verwiesen. Dritte wurden mit jeweils 13 Startern die TS Ober-Roden und der Verein der Hekimhaner in Europa, gefolgt von Germania und BSC mit jeweils sieben Läufern, dem Skiclub Rödermark mit zwei und einem einsamen Run4Fun-Wanderer.

Trotz hoher Benzinpreise reiste die ganze Familie Hagengruber 413 Kilometer weit aus Böbrach im Bayerischen Wald an; auch Fritz Venter aus dem Siegerland und ein Läufer aus Hannover nahmen weite Anreisen auf sich.

Wer einfach mal zum Schnuppern mitwandern möchte, ist in unserer Gruppe stets willkommen“, versprach KSV-Abteilungsleiter Hans Ripper. Wer Näheres über Termine sowie eigene Wanderungen des KSV erfahren möchte, kann sich unter Tel: 06074 847246 an ihn wenden.

Quelle: op-online.de

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