Geburtenkontrolle für Tauben

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Gestern Morgen, 8.20 Uhr: Dutzende von Tauben spazierten pickend durch die Glockengasse als wären sie hier daheim. Selbst Autos oder Fußgängern machten sie nur widerstrebend Platz.

Ober-Roden ‐ Seit Monaten belagern rund 250 verwilderte Tauben das Zentrum von Ober-Roden. Nun will die Stadt die Vögel in einen umgebauten Bauwagen locken und darin Geburtenkontrolle betreiben. Das soll die Plage eindämmen. Von Michael Löw und Bernhard Pelka

Die Geschichte der Tauben in Ober-Roden:

Streit um Taubenplage wird schärfer

Taubenplage mitten im Ort

Die Stadt will nun doch ein Taubenhaus einrichten, um der Plage in Ortskern Herr zu werden. Ein Bauwagen auf dem Parkplatz des „Zehnthofs“ soll zum Taubenschlag umgebaut werden, in dem der Mensch Geburtenkontrolle für die mehr als 250 Vögel betreibt: Haben die Weibchen ihre Eier gelegt, werden sie aus dem Nest genommen und durch Gipseier ersetzt.

Den Steuerzahler kostet das rollende Taubenhaus nach Auskunft von Bürgermeister Roland Kern maximal 200 bis 300 Euro für die Inneneinrichtung. Der Naturschutzbund besorgt den Wagen, bestückt ihn mit Futter, reinigt bei Bedarf und tauscht die Eier aus.

Unterdessen füttert Rolf Wiederspahn die Plagegeister auf seinem Grundstück in der Nachbarschaft munter weiter. Ende August hatte er auf Anordnung der Kreisverwaltung Offenbach zwar die Einfluglöcher seines Schlags zugemauert, gleichzeitig aber auch angekündigt, dass er die Vögel nicht verhungern lassen will. Die Körner in Wiederspahns Hof locken mittlerweile auch vierbeiniges Ungeziefer an. Die Stadt, so Kern, habe deshalb das Kreisveterinäramt erneut eingeschaltet.

„Man braucht Geduld“

In Offenbach gibt es bereits Erfahrungen mit einem getürkten Taubenschlag. Die Stadtwerke Holding stellte im November 2008 im Zuge ihres Projekts „Besser leben in Offenbach“ einen umgebauten Bauwagen unter der Bahnüberführung in der Bieberer Straße auf.

Die Hoffnung, dass die fliegenden Plagegeister die Nistzellen und Stangen im Innern schnell annehmen würden, wurde enttäuscht. Es dauerte ein Jahr lang, bis die Tiere ihr neues Heim bezogen. „Man braucht Geduld“, sagt Projektleiterin Sabine Süßmann auf Anfrage.

Quelle: op-online.de

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