In tiefster Seele eine Wölfin

+
„Ich bin ein echter Wolfs-Fan“, sagt Laura Müller, die unter dem Künstlernamen Kiba T. Fang ihren ersten Gedichtband veröffentlicht hat, von sich.

Ober-Roden - Kiba T. Fang denkt in Bildern, und den Film, den sie dabei sieht, versucht sie in Worte zu fassen. Beim Versuch ist’s indes nicht geblieben, die 18-Jährige hat vor kurzem ihr erstes Büchlein veröffentlicht. „3Seelenfeder“ heißt der 44-seitige Gedichtband. Von Michael Löw

Der Untertitel „Zerbrochene Seelen schreiben mehr“ hört sich arg düster an, will aber eher philosophisch sein. Die junge Autorin schlüpft dichtend in den Körper von Tieren, ist mal die geschundene Kreatur und wenig später die reißende Bestie. Diese - und noch mehr - Charaktere gibt ihr Gedicht „Spiegelseele“ auf knapp einer DIN A 5-Seite wieder. Das alles in Worte zu fassen, habe sie auch am meisten Kraft gekostet, meint Kiba T. Fang, die im normalen Leben Laura Müller heißt. Andere Gedichte schreibt sie innerhalb von ein paar Minuten nieder, manchmal auch in der S-Bahn.

Von allen Tieren hat’s ihr der Wolf am meisten angetan. Was auch ihren Künstlernamen erklärt. Kiba ist Japanisch und heißt „Reißzahn“, Fang bedeutet das Gleiche in Englisch. Jack Londons „Wolfshund White Fang“ aus dem Jahr 1906 lässt grüßen.

Ausbildung zur Tierarzthelferin

Kiba T. Fang/Laura Müller macht eine Ausbildung zur Tierarzthelferin. Sie lernt im dritten Jahr in der Praxis Lippert/Geduldig in Dudenhofen. Was für die 18-Jährige ein absoluter Glücksfall ist, denn ihre Chefs sind fast so etwas wie die Hausärzte des Wolfsrudels in der Fasanerie in Klein-Auheim. Eckhard Lippert hat sogar schon einen jungen Wolf operiert.

Kiba T. Fangs Erstlingswerk „3Seelenfeder - zerbrochene Seelen schreiben mehr“ ist im Lichtbrücke-Verlag, Hamm, erschienen. Unter der ISBN-Nummer 978-3-9392270-03-4 kann es über jede Buchhandlung und im Internet bestellt werden. Das Büchlein kostet 6,50 Euro. Weitere Informationen unter www.lichtbruecke-verlag.de

Die Autorin von „3Seelenfeder“ ist in Gravenbruch geboren. Als sie neun war, zog die Familie Müller nach Ober-Roden und Tochter Laura besuchte Trinkborn- und Nell-Breuning-Schule. Sie ging von der Schule mit jenen diffusen Berufswünschen, die typisch für 15- oder 16-Jährige sind: „Ich habe geschwankt zwischen Buchhändlerin oder was mit Tieren machen. Aber auch eine Fotografenlehre hätte ich mir vorstellen können.“

Die Tiere wurden zum Beruf, die Fotografie zu einem Hobby und die Lyrik zur wichtigsten Freizeitbeschäftigung. Was auch nicht weiter verwunderlich ist, denn ihr erstes Gedicht hatte sie im Alter von zwölf Jahren geschrieben. Laura Müller: „Schon damals war’s ein Hirngespinst von mir: Wenn du mal groß bist, schreibst du ein Buch.“

Diesen Traum hat sie sich mit 18 erfüllt. Über diverse Lyrik-Foren im Internet lernte sie Monika Scholt und ihren „Lichtbrücke“-Verlag kennen. „Ich finde es sagenhaft, dass ein so junger Mensch so tiefe Gedanken und Gefühle entwickeln und diese auch noch so verständlich niederschreiben kann“, lobt die Verlegerin aus Westfalen. Abgehobene Sprachverdrehungen sind Kiba T. Fangs Gedichte von Selbstfindung und Selbstverwirklichung aber keineswegs. „Ein lustiges Gedicht muss immer dabei sein“, sagt die Autorin, nun wieder ganz die 18-jährige Tierarzthelferin Laura Müller. Wer „Heuschnupfen“ auf Seite 31 gelesen hat, weiß was sie meint.

Quelle: op-online.de

Kommentare