Ein Gefühl wie Urlaub an der See

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Die Strandkörbe, die Thomas Braun in Ober-Roden verkauft, bieten nicht nur kleinen und großen Menschen Schutz vor Wind und Wetter, sondern auch Puppen. Komplettiert wird diese Reihe übrigens durch ein Modell für Hunde.

Ober-Roden (lö) - Rödermark liegt ein paar hundert Kilometer von der nächsten Küste entfernt und hat nur in der Grünen Mitte ein paar hundert Meter Rodaustrand. Doch im Zentrum von Ober-Roden spürt man seit kurzem die steife Brise, die an Nord- und Ostsee weht.

Thomas Braun verkauft dort Strandkörbe. Nicht irgendwelche, sondern edle Stücke aus Deutschlands traditionsreichster Manufaktur - dem „Korbwerk“ in Heringsdorf auf der Insel Usedom.

„Der Strandkorb ist ein Lifestylemöbel geworden und macht sich überall gut“, ist Thomas Braun von seiner Geschäftsidee überzeugt. Von Ober-Roden aus will er den Süden Deutschlands und die Nachbarländer beliefern. Kunden sind vor allem Gastronomie, Hotels, Ski-, Golf- und Wellnessresorts. Auch Privatleute, die in ihrem Garten sitzen wollen wie auf Norderney oder in Kühlungsborn, dürften bei Braun das passende Möbel finden.

Bis zu 7500 Euro für ein Gartenmöbel

Vorausgesetzt, sie haben zwischen 649 und 7500 Euro für ein Gartenmöbel übrig. Denn die Strandkörbe werden nach den Wünschen der Kunden individuell hergestellt, und Qualität hat nun mal ihren Preis. Kiefern aus Mecklenburg-Vorpommern liefern das Holz, das so gut wie keine Astlöcher haben darf. Das Kunststoffgeflecht drumherum sieht dem Vorbild aus der Natur täuschend ähnlich.

Der „Mercedes“ in Thomas Brauns Sortiment hat eine zweistufige Sitzheizung, indirekte Beleuchtung, zwei Leselampen und eine Musikanlage. Die gesamte Technik kann vom Smartphone aus gesteuert werden. Wie das Auto mit Stern kann auch der Strandkorb mit Extras aus der Aufpreisliste aufgepeppt werden. Ein Kühlschrank unter der Sitzbank sorgt für angenehm temperierten Weißwein oder Champagner. Designbewusste Kunden können den Strandkorb mit den Stoffen vorhandener Gartenmöbel beziehen lassen.

Strandkorb-Fans mit schmalerem Geldbeutel können ein Modell kaufen, das sie in zwei Minuten ab- und wieder aufbauen können. Zusammengepackt ist es nicht viel größer als ein Reisekoffer und kann mit in den Urlaub an der See genommen werden. Was die bekanntermaßen happige Miete in den Badeorten spart.

Pro Jahr etwa 4 000 Strandkörbe

Das „Korbwerk“ wurde 1925 gegründet und stellt pro Jahr etwa 4000 Strandkörbe her. Beim G 8-Gipfel 2007 in Heiligendamm saß Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefs der wichtigsten Industrienationen im größten Strandkorb der Welt.

„Das Kerngeschäft sind klassische Vermieter wie Kurverwaltungen“, erläutert Thomas Braun. Aber auch im Binnenland findet das Nischenprodukt immer mehr Freunde. Es bietet Schutz vor Wind, Wetter und Blicken neugieriger Nachbarn.

Thomas Braun hat von Haus aus eigentlich nichts mit Möbeln zu tun. Der Radio- und Fernsehtechniker plante unter anderem zehn Jahre lang Telefonanlagen und arbeitete sieben Jahre bei einem finnischen Mobilfunkunternehmen. 2009 beschäftigte er sich erstmals beruflich mit Strandkörben.

Thomas Brauns Firma heißt „First Class Strandkorb“ und hat ihren Sitz in der Dieburger Straße 40 (erste Etage von Webers Wohnideen). www.first-class-strandkorb.de

Braun wohnt seit zehn Jahren in Ober-Roden und fühlt sich als Rödermärker. Nach der Geschäftseröffnung spendete er 1000 Euro für den „Brotkorb“. Zusammen mit Bürgermeister Roland Kern überlegt er, den renaturierten Abschnitt der Rodau zumindest zeitweise mit Strandkörben zu verschönern. Die Entscheidung, in Rödermark Strandkörbe zu verkaufen, fiel trotzdem nicht unbedingt aus Verbundenheit mit der neuen Heimat. Rödermark ist dank diverser Autobahnen und Schnellstraßen gut erreichbar und gehört zum Frankfurter Speckgürtel, in dem viele zahlungskräftige Kunden zu Hause sind.

Quelle: op-online.de

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