Geglückte Notlandung im Getreide

Kleinflugzeug hatte Motorprobleme

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Die „Jodel DR 1050“ war schon im Landeanflug auf Egelsbach, als der Motor muckte und den Piloten ins Getreidefeld zwang.

Ober-Roden - Motorprobleme zwangen am Sonntagabend ein Kleinflugzeug zur Notlandung in einem Getreidefeld zwischen Ober-Roden und Waldacker. Der Pilot (29) blieb unverletzt, der Sachschaden hält sich in engen Grenzen. Von Michael Löw

Ungefähr drei Kilometer nördlich von Waldacker habe er gemerkt, „dass mit dem Motor etwas nicht stimmt“, berichtete Pilot Christian Weidner, der Höhe von Kiel nach Egelsbach unterwegs und 450 Meter über dem Boden war. Theoretisch kann die Maschine aus dieser Höhe auch ohne Motor noch knapp fünf Kilometer gleiten. Doch der Weiterflug über das große Waldgebiet vor dem Flugplatz war Weidner zu riskant. Daher entschloss er sich zur Landung im Feld, nachdem er den Tower in Egelsbach per Notruf informiert hatte und vom Radarschirm verschwand. Wenig später meldete Weidner, dass er heil am Boden angekommen sei.

Eine Notlandung im Grünen kann man eigentlich nicht trainieren, doch Weidner kannte die Situation und behielt die Nerven. Als langjähriger Segelflieger hat er schon mehr als ein Dutzend unplanmäßiger Landungen hingelegt: „Da weiß man, wie man das Gelände einzuschätzen hat.“ Auch die unfreiwillige Premiere mit der einmotorigen „Jodel DR 1050“ ging glimpflich aus. „Da sieht man doch, dass Segelflieger die besseren Piloten sind“, flachste er, gab aber auch zu: „Ein bisschen Glück gehört dazu!“

Mehr als nur ein bisschen Glück

Nach der Notlandung in der Braugerste des Ober-Röder Landwirts Werner Gaubatz blieben der Flurschaden und der Schaden an der einmotorigen Propellermaschine gering. Und auch Pilot Christian Weidner, der alleine im Cockpit saß, kam mit dem Schrecken davon.

Nach Ansicht von Ortslandwirt Werner Gaubatz hatte Weidner mehr als nur ein bisschen Glück. Denn sein Getreidefeld gleich neben dem Modellflugplatz sei bei nach dem heftigen Regen der vergangenen Tage immer noch einer der trockensten Plätze in der ganzen Gemarkung. Äcker und Wiesen, die nur ein paar hundert Meter entfernt liegen, sind völlig aufgeweicht. Dann wäre der Flieger im schlimmsten Fall eingesackt und hätte sich überschlagen.

Der Notruf löste einen Großalarm aus. Die Polizei schickte ihren Hubschrauber in die Luft, um den potenziellen Unglücksort möglichst schnell zu finden. Die Dietzenbacher Feuerwehr - der Tower ging von einer Notlandung auf Dietzenbacher Gebiet aus - rückte mit fast voller Stärke aus. Die Autos der Ober-Röder Kollegen standen nach Auskunft von Stadtbrandinspektor Herbert Weber mit laufenden Motoren bereit, mussten dank Weidners Geschick aber nicht raus.

Fliegerisch korrekt: Sicherheitslandung

Fliegerisch korrekt heißt eine Landung wie die vom Sonntagabend übrigens Sicherheitslandung. Von einer Notlandung sprechen Piloten nur, wenn ihre Maschine gar nicht mehr flugfähig ist.

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Gestern Nachmittag bereitete Christian Weidner das Flugzeug für den Abtransport vor. In mühevoller Kleinarbeit löste er Schrauben und Kabel, damit er die Tragflächen entfernen konnte. Denn in voller Breite wäre der für den Abend bestellte Lkw nicht weit gekommen. Die „Jodel DR 1050“ hat eine Spannweite von 8,72 Metern.

Quelle: op-online.de

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