Gehweg mit Radfahrern ist „Murks“

Waldacker - (bp) Auch der zweite Entwurf zur Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Waldacker missfällt der Mehrheit der Mitglieder des Bauausschusses und der Bürgerinitiative Hauptstraße Waldacker (BI). Das wurde bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses deutlich. Deshalb erarbeiteten die politischen Akteure folgende Lösung (die noch nicht beschlossen ist):

Erhaltung des Ist-Zustands bei Sanierung der Fahrbahn und Gehwege sowie behindertenfreundlichem Ausbau der zwei bestehenden Bushaltestellen.

Verzicht auf eine zusätzliche und dritte Bushaltestelle an der Lerchenstraße.

Die Busse sollen in Buchten halten, damit Autos sie sie überholen können.

Schaffung eines Übergangs an der Talstraße.

Beibehaltung der Ampel an der Jägerstraße.

Auch die Stadtteileinfahrten sollen besser erkennbar gemacht werden.

Ausdrücklich für eine neue Haltestelle an der Lerchenstraße sprach sich die Andere Liste (AL) aus. AL-Sprecher Stefan Gerl argumentierte, der Öffentliche Personennahverkehr müsse ein breiteres Angebot machen - gerade für Waldackerer, die nicht mehr so mobil sind. Tobias Kruger (CDU) und BI-Sprecher Dieter Lechleiter bezeichneten die zusätzliche Haltestelle bei bloß 27 Fahrgästen (auf den Tag verteilt) indes als überflüssig. Sie behindere den Verkehr, da an diesem Stopp die Busse auf der Fahrbahn halten sollten. Dies sei überdies für Kinder gefährlich, warnte Lechleiter.

Diplomingenieur Thomas Klipphahn vom Büro VKT hatte die neuen Pläne vorgestellt, die auf so wenig Gegenliebe stießen. Sie sahen um 25 Zentimeter verbreiterte Gehwege vor, auf denen Radfahrer fahren dürfen. Stefan Gerl nannte diese Lösung „Murks“. VKT sah eine neue Bushaltestelle an der Lerchenstraße vor, die bestehende Haltestelle Waldacker-Mitte sollte um 200 Meter nach Süden verlegt werden.

Die Umbaukosten bezifferte Klipphahn mit 1,4 Millionen Euro. Allein der Gehwegausbau sollte etwa 400 000 Euro verschlingen. Der städtische Eigenanteil wurde mit 529 000 Euro angegeben. Bürgermeister Roland Kern und SPD-Fraktionsvorsitzender Armin Lauer stellten die Frage, ob 25 Zentimeter mehr Gehweg diese Summe rechtfertigten. „Ist es uns das wert?“ Jetzt beraten die Fraktionen über das Thema.

Quelle: op-online.de

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