Petrus und Bacchus bummelten

Gelungene Orwischer Woigass’ bei traumhaftem Wetter

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Stolz auf den Besuch der Groß-Umstädter Weinkönigin Nina II. und ihrer Prinzessin Lara I. (links) sind die Organisatoren, Vereinsring-Vorsitzender Dieter Hüllmandel und Peter Müller (rechts).

Urberach - Die inzwischen 18. „Orwischer Woigass“ in der Urberacher Bachgasse wurde wieder das erhofft gesellige und gemütliche Fest mitten im Ort. Von Christine Ziesecke 

Wer genau hinschaute, konnte Wettergott Petrus mit Weingott Bacchus leicht schunkelnd von Weinlaube zu Weinlaube wandern sehen: Bei eher unerwartetem Traumwetter und einer bemerkenswerten Auswahl feinster Rebentröpfchen ließ es sich dort zwei Tage lang gut feiern.

Am Samstagabend ging fast nichts mehr. Der große Vorteil der regionalen Weinfeste wird auch in Urberach als Grundsatz beibehalten, wie der „Stammvater“ der Orwischer Woigass, Peter Müller, in seiner Begrüßung betonte: „Teilnehmen dürfen nur Rödermärker Vereine und Geschäfte, die wirklich etwas mit Wein zu tun haben. Wir lassen keine Weingüter und Winzer zu, sonst wäre die Bachgasse hier dicht. Das wäre aber nicht im Sinne von mir und den teilnehmenden Vereinen!“

Wo nachmittags in der Bachgasse noch gemütlich ein Plätzchen zu finden war, wurde es später am Abend ausgesprochen eng bei der Orwischer Woigass’.  J Fotos: chz

Das bewahrt den lokalen Charme der Veranstaltung im Gegensatz zu Konsum und Kommerz. BSC und KSV Urberach, Kleingärtnerverein Erlenwald, der Skiclub Rodgau-Rödermark, die Katholische Frauengemeinschaft St. Gallus und die Urberacher Pfadfinder luden zur Verkostung der Produkte jeweils unterschiedlicher Anbaugebiete ein, ebenso die Rhönschänke und einige lokale Weinhandlungen. Der Fotoclub Rödermark beteiligte sich im Töpfermuseum wie in seiner Galerie mit Ausstellungen rund um den Rebensaft, und auch der Förderverein der Kita St. Gallus bespaßte am Sonntagnachmittag traditionell Kinder (und Eltern) vor dem Töpfermuseum mit Spielen, aber auch mit Kaffee, Kuchen und Waffeln. Ein Karussell für die Allerkleinsten am anderen Ende der Festmeile rundete den Woigass-Besuch ab.

Bilder von der 18. Orwischer Woigass

Wie schon seit 18 Jahren hob natürlich Ehrenbürgermeister Walter Faust mit Bürgermeister Roland Kern und dem Schirmherrn der Woigass, Erstem Stadtrat Jörg Rotter, sein Glas auf die Tradition, die dieses Fest überleben lässt. Eine der guten Traditionen, über die man nicht spricht, sich aber immer wieder freut: Seit nunmehr 15 Jahren darf der Toilettenwagen auf einem Privatgrundstück gleich ums Eck stehen – inzwischen entstand daraus eine kleine Freundschaft mit den Weinfest-Machern. Ebenfalls seit 15 Jahren bekommt die „Orwischer Woigass“ royalen Besuch aus Groß-Umstadt: In diesem Jahr kamen Weinkönigin Nina II. und ihrer Prinzessin Lara I. nach Urberach, sehr zur Freude vom Vereinsring-Vorsitzenden Dieter Hüllmandel und dem „Vater“ der Woigass’, Peter Müller. „Und dieses Jahr reicht’s erstmalig dank der Stadt auch für einen Blumenstrauß für die Hoheiten“, schmunzelte Hüllmandel angesichts des Umschlags, den der Bürgermeister überreichte. „Wie gut, dass du manchmal so gute Gedanken hast, auch wenn die schon 18 Jahre zurückliegen“, bedankte sich Roland Kern bei Peter Müller und endete kurz und sachlich: „Mit Woi is’ foi!“ Dem konnte kaum jemand widersprechen.

Quelle: op-online.de

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