Gemeinde sucht Herberge Pfadfinder legen los

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Pastor Jens Bertram übernimmt gemeinsam mit Mitarbeitern beide Gruppenstunden und wünscht gute Kontakte: „Wir sind zwar ein eigener Bund, aber treffen uns mit der Stammesleitung der katholischen Pfadfinder in Urberach und klären, wie wir zusammen arbeiten.“

Ober-Roden - (chz) Es ist nicht gerade alltäglich, dass eine Kirchengemeinde über eine regional erscheinende Anzeige händeringend Platz für ein eigenes Gotteshaus sucht, und es erinnert auch ganz entfernt an die weihnachtliche Herbergssuche.

Doch seit die Freie evangelische Gemeinde (FeG) immer mehr gewachsen ist und sich entschlossen hat, eigene Räume zu erwerben, hat sie viele Wechselbäder der Gefühle durchlebt.

Im März 2008 mit einem bezahlbaren Angebot der Stadt für das freie Gelände zwischen Odenwaldstraße und Bahnhof schon mal ganz nah am Ziel, zerschlug sich nach eingereichter Bauanfrage im April die Hoffnung durch eine Absage der Stadt, die das Gesamtkonzept des Gebietes rund um den Bahnhof noch nicht für ausgereift genug hielt. „Die Stadt will aber weiter helfen, und wir sind auch sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit gerade mit Richard Hampel von der Liegenschaftsverwaltung“, sagt Karl-Heinz Schlüter, der Leiter des Bauteams der FeG. Zwar sind Industriegrundstücke in Privatbesitz vorhanden, aber unerschwinglich: „Wenn die Gewinnmaximierung im Vordergrund steht, können wir das nicht stemmen.“

Pfadfinder legen los

- Am Wochenende vom 21. bis 23. August startet die FeG eine eigene Pfadfinderarbeit, nachdem es nun auch einen eigenen Pfadfinderbund gibt. Begonnen wird mit zwei Gruppen, die gleich in der Kinderwaldstadt zelten. Die meisten der bisherigen Jungschar-Kinder werden dann Pfadfinder oder können erst mal schnuppern, Pastor Jens Bertram übernimmt zunächst gemeinsam mit Mitarbeitern beide Gruppenstunden.

- Statt der üblichen vier Altersgruppen wird es erst einmal zwei geben: Wölflinge und Jungpfadfinder zusammen und Pfadfinder und Rover zusammen, aber bei genügender Teilnehmerzahl wird auch dann getrennt. Die Jüngeren treffen sich in der Trinkbornschule. Für die Älteren wird der Treff mangels Platz oft in Pastor Bertrams Wohnzimmer sein. Mehr hier - Pfadfinder der Freien evangelischen Gemeinde, Siedlung Rödermark.

Seit über 20 Jahren gibt es eine FeG in Rödermark, davon hat sie rund 18 Jahre eine gute Kooperation mit der Tanzsporthalle im Breidert, doch langfristig ist alles zu eng. Der ständige Auf- und Abbau schadet zudem Technikern wie Geräten. Für ein zukünftiges Gemeindezentrum ist vor allem eine gute Verkehrsanbindung wichtig, da die FeG ein großes Einzugsgebiet hat und deshalb Messenhausen oder Waldacker ungünstig liegen.
Wegen des nahen S-Bahn-Anschlusses wie auch vielen freien Parkplätzen wäre die Odenwaldstraße gut geeignet, doch die Gemeinde kann sich auch ein Gelände in Urberach vorstellen. „Wir suchen Räume für Sitzungen, Mitgliederversammlungen, Vorträge, Konzerte, Frauencafé, Kinderarbeit; die Ausweitung der Jugendarbeit steht bevor, und zudem sind an guten Sonntagen bis zu 80 Personen im Gottesdienst. Dazu benötigen wir Räume für begleitenden Babydienst, Kindergottesdienstgruppen und mehr.“
Erwünscht wäre auch eine christliche Bücherstube oder ein kleines Bistro - außerhalb der Abende und Wochenenden soll es kein totes Gebäude sein. Mindestens 400 Quadratmeter Fläche müssten es schon sein, weil auch bauliche Anforderungen wie Sanitärbereich oder eine kleine Küche bestehen.

Wir sind auch interessiert an einem bestehenden Gebäude, notfalls auch an einer nachrüstbaren Halle eines Industrieunternehmens. Also ein Grundstück mit oder ohne Gebäude, mieten oder kaufen, Erbpacht - für uns ist alles denkbar.“ Für die Finanzierung steht der Bund der Freien evangelischen Gemeinde hinter den Rödermärkern: „Wir müssen zwar selbst zahlen, aber die Spar- und Kreditbank Witten finanziert vor und haftet.“ Die Gemeinde und vor allem ihr Ansprechpartner, Pastor Jens Bertram (Offerten an: Postfach 200 117, 63322 Rödermark), hoffen nun inständig auf schriftliche Angebote. 

Quelle: op-online.de

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