Kommentar: Gemeinsam geht‘s besser

Das Klima im Fußball ist rauer geworden - auch am Rande jener Sportplätze, auf denen junge Rodgauer und Rödermärker kicken. Von Michael Löw

Schiedsrichter werden immer öfter angepöbelt, beleidigt und gelegentlich sogar angegriffen, gegnerische Spieler müssen sich Schmähungen übelster Art gefallen lassen, selbst die eigene Mannschaft wird beim kleinsten Fehler von der Seitenlinie rund gemacht. Die Übeltäter sind keineswegs irgendwelche unbekannten Rowdys, sondern Eltern - im Grunde kreuzbrave Menschen. Doch sobald der Ball rollt, vergessen sie ihre gute Kinderstube. Der FC Viktoria Urberach beteiligt sich als einer der ersten Vereine Hessens an der DFB-Aktion „Fair bleiben, liebe Eltern“. Nicht etwa, weil Urberacher Eltern negativ aufgefallen sind, sondern rein aus Vorbeugung. Vorsitzender Werner Braun und E-Jugend-Trainer René Hirsch wollen Eltern über ihre Kinder zu fairen Fans erziehen. Das ist gut und richtig, kann aber nur ein erster Schritt sein. Auch die Verantwortlichen aller Fußballvereine müssen ihr Verhalten kritisch überdenken: Wie lange ist Härte gesund? Magath, Skibbe, Klopp & Co. werfen ihren Spielern öffentlich fehlende Aggressivität vor. Da will der C-Jugendtrainer nicht zurückstehen. Auch er wird seinen Jungs und Mädels zum Foul raten, wenn der Gegner durchgebrochen ist. Dabei hat ein Spiel, das 4:4 endet, viel mehr Unterhaltungswert als eines ohne Tore. Faires Spiel ist gleich faire Fans - die Rechnung könnte aufgehen.

Rödermarks katholische Kirchengemeinden rücken noch näher zusammen. Sie haben ihre Wochenend-Gottesdienste so gestrafft, dass notfalls auch einer der beiden Pfarrer das Programm alleine absolvieren kann. Die Räte in St. Gallus und in St. Nazarius billigten dieses Sparprogramm einstimmig. Auch das Bischöfliche Ordinariat gab - um im Bild zu bleiben - seinen Segen dazu. Wie jetzt rund 13 000 Katholiken reagieren, bleibt abzuwarten. Sie müssen auf manches lieb Gewordene verzichten. Letztendlich und vielleicht auch nur zähneknirschend werden sie aber einsehen, dass es keine Alternative gibt. Zumal die Mess-Feier nicht die einzige Aufgabe eines Priesters ist. St.-Nazarius-Pfarrer Elmar Jung betonte auch im Namen seines Kollegen Klaus Gaebler den neutestamentarischen Anspruch von Seelsorge. Sie wollen verlorene Schafe zurück zur Herde holen.

Quelle: op-online.de

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