Geschöpfe der Nacht

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Mitternachtsball im Schloss des Grafen von Krolock –und eingeladen waren seine modernen Gestalten der Nacht: Dirnen, Drogendealer und Zuhälter.

Ober-Roden - (chz) Wer am Samstag Abend auf tanzende Vampire vor dem berühmten Spiegel gewartet hatte, musste erst einmal umdenken.

Der „neue“ Tanz der Vampire, den die „MusicalFactory 64853“ aus Reinheim als Benefizveranstaltung in Szene gesetzt hatte, war eine frische, zeitgemäße und auf Rödermark zugeschnittene Form des Kampfes zwischen dem lebendigen, gut bürgerlichen Leben und den dunklen Seiten der Macht und der Besitzgier.

Rund 80 Mitwirkende - viele davon saßen mit klassischen und modernen Instrumenten im Orchestergraben - verzauberten die voll besetzte Kulturhalle bis in den hintersten Winkel. Das Durchschnittsalter der jungen Truppe lag bei knapp über 20 Jahren.

Schauspielermonologe von der Empore, wilde Jagden zwischen den Zuschauerreihen, die symbolische Badewanne der aus beiden Lebenswelten umworbenen Sarah mitten zwischen den Besuchern, ein Graf von Krolock, der mit seinen „Neuerwerbungen“ in die Unterwelt des Orchestergrabens abtauchte - es gab keinerlei Berührungsängste zwischen all diesen Ebenen. Mit sehr viel jugendlicher Frische und Elan, mit eindrucksvollem Orchester und ausdrucksstarkem Chor, mit anfänglich etwas zu leise ausgesteuerten Solisten, die Lieder mit teilweise sehr hohen Ansprüchen darboten, mit reizvollen Choreographien und mit nimmermüden Beleuchtern, die mit ihren Handscheinwerfern den rasanten Schauspielern auf der Spur blieben, war der Rödermärker Tanz der Vampire 2009 ein famoses Vergnügen, das von den Zuschauern begeistert gefeiert wurde.

Angebot besonders für Jugendliche zwischen 13 und 25 Jahren

Seit 1998 hat sich die „MusicalFactory“ als kulturelles Angebot, besonders für Jugendliche zwischen 13 und 25 Jahren, im Kreis Darmstadt-Dieburg etabliert. Jung gebliebene Erwachsene, Musikstudenten und Profis runden die vielfältige Gruppe unter der Leitung von Brigitte Ganz und Ralph Scheiner ab; ein Förderverein ermöglicht auch finanziell die Aufführungen auf hohem musikalischem und darstellerischem Niveau.

Mit dem Auftritt in Ober-Roden endete für „MusicalFactory die diesjährige Tournee. Der musikalische Leiter, Dirigent Ralph Scheiner, versprach, im kommenden Jahr mit „Tosca“, der Neuinszenierung, gerne wieder nach Rödermark zu kommen.

Der Reinerlös der Aufführung kommt sozialen Zwecken zugute und geht an die Jugendarbeit des evangelischen Dekanats Groß-Umstadt sowie an die Stiftung „lebens-t-räume“ der evangelischen Kirchengemeinde Ober-Roden.

Die Stiftung ist auf 52.000 Euro angewachsen; davon wurden 7.500 Euro inzwischen in die Arbeit an Projekten zur Generationenpartnerschaft investiert“, erläuterte Pfarrer Matthias Welsch. Nach dem endgültigen Beschluss des neuen Bebauungsplanes durch das Stadtparlament kann die Kirchengemeinde nun auch daran gehen, ihr einst für ein weiteres Gemeindehaus vorgesehenes Grundstück in der Erikastraße zu verkaufen und dieses Kapital der Stiftung zuzuführen, aus der unter anderem auch die Stelle des Gemeindepädagogen mitfinanziert wird.

Quelle: op-online.de

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