Kürzel machen „ProMorija“ Sorgen

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In Vertretung für die erkrankte Heimleiterin Schwester Dorothea Lakowitz nahm die Schatzmeisterin der Christusträger-Schwestern, Herta Hanke, die 10 000-Spende Euro von „ProMorija“-Schatzmeister Rudolf Straube entgegen. 

Ober-Roden - „HPB1“ und „SEPA“ sind zwei sperrige Abkürzungen, die dem Freundeskreis „ProMorija“ einige Umwälzungen bringen. Sie prägten die Jahreshauptversammlung des Vereins, der sich die Unterstützung des Alten- und Pflegeheims auf die Fahnen geschrieben hat.

„HBP1“, das Hessische Betreuungs- und Pflegegesetz, fordert eine strikte Trennung von Tätigkeiten in der Pflege und im Bereich unterstützender Institutionen. Es ist einer der Gründe, weshalb die stellvertretende Leiterin Schwester Sibylle Heiss nicht gleichzeitig im Freundeskreis aktiv sein darf und ihre Aufgabe als Schriftführerin und Mittelsfrau zwischen Heim und Verein abgibt. Außerdem hat sie während der Krankheit der Heimleiterin Dorothea Lakowitz weitestgehend deren Führungsaufgaben übernommen und ist zeitlich ohnehin überlastet.

Hier fand der Freundeskreis rechtzeitig eine sehr erfreuliche Lösung. Mit Dr. Ing. Gerlach Kopfer und seiner Frau Sigrid, die sich schon im vergangenen Jahr im Haus Morija eingebracht haben, wurden ein neuer Schriftführer und eine ebenso dringend nötige neue Beisitzerin für den Vorstand gefunden.

Das zweite Problem bringt „SEPA“ dem Verein: Dank dieser „Single Euro Payments Area“ (Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum), der eine EU-weite Vereinheitlichung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs bewirken soll, werden Überweisungen ausschließlich über Computer und nicht mehr mit handgeschriebenen Formularen getätigt.

Position nicht mehr gewachsen

Zehn Jahre Mitglied im Freundeskreis „ProMorija“ – das ist zwar noch nicht viel, aber bei einer erst 14-jährigen Vereinigung durchaus der Rede wert, fand Vorsitzende Margot Süß (3. von links) und bedankte sich bei den Mitgliedern oder ihren Angehörigen: Maria Becht, Doris Lips für ihre Tochter Patricia Lips, Klaus und Ute Behnke, Manfred Neisser (auch für seine Frau Hildegard) sowie Jochen Gerlach (auch für Ehefrau Renate).

Das wiederum bedeutet, dass sich Schatzmeister Rudolf Straube, der seit der Gründung mit größter Gewissenhaftigkeit die „ProMorija“-Kasse verwaltet hat, dieser Position nicht mehr gewachsen sieht. Er arbeite noch ohne PC und Onlinebuchung und möchte sich mit seinen 86 Jahren auch nicht mehr umstellen. Mit dem Jahresende sucht „ProMorija“ auch einen neuen Rechner, möchte sich aber darüber hinaus die Dienste von Rudolf Straube gerne erhalten. Denn die jährlichen „fünf Euro Abgabe an den Vereinsring“ waren die einzigen Verwaltungskosten, die er für seinen Verein verbuchen musste, und beim Kassenbericht ein sich wiederholender von Hochachtung geprägter Lacherfolg.

Stolz konnte Rudolf Straube auch diesmal wieder einen Gutschein über 10 000 Euro an Schwester Herta Hanke, die Schatzmeisterin der Christusträger-Schwestern, übergeben. Den ganz besonderen Wert dieser Spende erläuterte Petra Heufers, die dem Haus in Sachen Buchführung hilft. Auch hier steht das Hessische Betreuungs- und Pflegegesetz dahinter (unter vorgehaltener Hand auch „Hessisches Bürokratie und Prüfgesetz“ genannt), das neuerdings private Spenden eng reglementiert: Sie müssen im Prinzip einzeln vom Regierungspräsidium genehmigt werden. Diese Arbeit nimmt der Verein, über den die Spenden anonym übergeben werden, dem Heim ab.

Das neue Pflegegesetz

Das neue Pflegegesetz schreibt exakter denn je vor, wie viele Mitarbeiter im Haus minimal und maximal angestellt sein dürfen und finanziert werden. Alle andere Aufwendungen müssen anderweitig bezahlt werden. Hier sichert „ProMorija“ mit seinen Spenden, die sich aus Mitgliedsbeiträgen und privaten Zuwendungen zusammensetzen, die Beschäftigung von Mitarbeitern im Freiwilligen sozialen Dienst (FSJ) – junge Menschen, die sowohl den zumeist alten Bewohnern gut tun wie auch umgekehrt. Sie werden über die Pflegesätze nicht mehr refinanziert. „Deshalb sind die FSJ"ler ein guter Weg, die Spenden des Freundeskreises in Betreuung umzusetzen“, erklärte Petra Heufers. Umso dringender sind jedoch auch neue Mitglieder für den Verein - Infos und Kontakt gibt’s über den neuen Flyer, der im Pflegeheim wie in Kirchengemeinden und anderweitig ausliegt, sowie unter www.hausmorija.de.

chz

Quelle: op-online.de

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