Gespräche gegen die Einsamkeit

Rödermark ‐ Viele alte Menschen verkriechen sich daheim, weil ihnen das Gehen schwer fällt oder sie Angst vor dunklen Ecken im Ort haben. Elke Heidelbach vom Ehrenamtsbüro Rödermark will Senioren aus oft erzwungener, manchmal selbst gewählter Isolation helfen. Von Michael Löw

Elke Heidelbach will den Seniorenbesuchsdienst der Stadt Rödermark ab Januar auf eine breitere Basis stellen. Renate Lerch soll auf ehrenamtlicher Basis die Koordination übernehmen. Ihr Problem: Im Prinzip weiß niemand, wie viele betagte Rödermärker daheim vereinsamen.

Renate Lerch hat ab 13. Januar immer donnerstags von 14 bis 16 Uhr im Ehrenamtsbüro im Rathaus Ober-Roden Sprechstunde. Unter Telefon 06074 911-282 ist sie Ansprechpartnerin sowohl für einsame alte Menschen als auch für potenzielle freiwillige Helfer, die gern gesehen sind.

Renate Lerch will deshalb Kontakte knüpfen. Zu den Kirchen beispielsweise, die ihre Alten bei Geburtstagen besuchen, oder zu Organisationen wie der Seniorenhilfe. Aber auch bei Ärzten, Apotheken, Frisören oder Fußpflegerinnen will sie das Angebot bekannt machen. Haben sie und ihre Besucher zusammengefunden, treffen sie sich möglichst einmal die Woche für eineinhalb oder zwei Stunden, um miteinander zu reden, zu spielen, spazieren zu gehen oder auch mal das Theater oder einen Gottesdienst zu besuchen.

Streit um den Stellenplan

Ehrenamt muss professionell betreut werden: Daher hat der Magistrat beschlossen, den 400-Euro-Job von Elke Heidelbach zu einer halben Stelle aufzuwerten. Bürgermeister Roland Kern (AL) hofft, dadurch freiwillige Helfer auch für öffentliche Aufgaben gewinnen zu können und langfristig städtisches Personal zu sparen. Mit knapper Mehrheit hatte der Magistrat beschlossen, den Stellenplan um 6,5 Posten aufzustocken: Unter anderem bekommt die Schulsozialarbeit 1,5 Stellen, der Personalrat wird frei gestellt (plus eine halbe Stelle), und für die Begegnungsstätte „SchillerHaus“ wird eine Kraft eingestellt.

„Effektiv kostet das die Stadt jährlich nur 136.000 Euro mehr“, erklärte Kern im Stadtparlament. Die Schulsozialarbeiter werden zum Beispiel vom Kreis mitfinanziert. Der Erste Stadtrat Alexander Sturm (CDU) hatte im Magistrat gegen die Aufstockung gestimmt. „Sie verträgt sich nicht mit der Vorgabe, jedes Jahr eine Stelle einzusparen“, begründete er sein Minderheitenvotum.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Löw

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