Gespräche von Hand vermittelt

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Unter den Augen von Manfred Markworth testeten Altbürgermeister Alfons Maurer und Herbert Schrod das Vermittlungsgerät.

Urberach - (chz) Viele Besucher drängten sich beim Sommerfest des Vereins Industriekultur im Dokuzentrum T&N in der Ober-Rodener Straße, wo Eduard Dutiné und Norbert Cobabus mit mehreren Helfern die Ausstellung alter T&N-Erinnerungsstücke präsentierten.

Zwischen einer alten Stechuhr und Telefongeräten aus verschiedensten Jahrzehnten erregte eine neue Errungenschaft das Aufsehen der Gäste: ein in der T&N hergestelltes und heute noch voll funktionsfähiges Vermittlungsgerät mit Mikrofon und Kopfhörern, das mittels Umstöpseln die Teilnehmer verbindet und vor Ort ausprobiert werden konnte.

„Martha an Xanthippe“ oder „Xanthippe an Ödipus“ - welcher Befehl auch immer: es bedeutete, ein- und umzustöpseln und in althergebrachter Zentralen-Manier zwei Telefonteilnehmer miteinander zu vermitteln, die nach dem Klingeln auch den Kontakt überprüfen konnten. Dr. Manfred Markworth, der das Gerät aufgetrieben hat, „übte“ mit den Besuchern und stellte ihnen kleine launige Urkunden über die erfolgreiche Ausbildung aus.

Auch wenn im Zeitalter drahtloser Verständigung das Gerät mit seiner Stöpseltechnik vollkommen überholt wirkt und von Markworth selbst höchstens bis in die 80er Jahre im militärischen Einsatz vermutet wurde, ist es noch immer aktuell.

Großes Vergnügen bereitete Markworth ein Schreiben der Informationszentrale der Bundeswehr, die ihm zu seiner eigenen Verwunderung bestätigte, dass im deutschen Heer noch heute mit der gleichen Technik wie in den Zeiten des Kalten Kriegs gearbeitet wird: „Nach wie vor werden Fernmelder der Bundeswehr noch in drahtgebundener Fernmeldetechnik und Feldkabelbau ausgebildet. Diese Art der Nachrichtenübermittlung mag altertümlich anmuten, ist aber für bestimmte Verwendungszwecke nach wie vor ideal, unter anderem im Einsatz.“

Quelle: op-online.de

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