Giftiger Fund in Urberach

Skorpion am Glascontainer

+
Der Nordafrikanische Dickschwanzskorpion ( Androctonus australis).

Rödermark - Ferienzeit ist für Tiere manchmal Leidenszeit. Sie werden ausgesetzt. Schließlich wollen Frauchen und Herrchen unbeschwert in Urlaub fahren. Dass Hunde heimlich an den Toren von Tierheimen angebunden werden, ist bekannt.

Aber das Fund-Tier, das ein Fußgänger jetzt in Urberach entdeckte, lässt schauriges Erschrecken zurück: Der Mann sah sich plötzlich einem giftigen Skorpion gegenüber. Zum Glück saß das Tier in einem verschlossenen Terrarium. Allerdings hätte man die ungesicherte gläserne Schiebetür kinderleicht öffnen können. Die schleunigst herbeigerufene Ordnungspolizei fixierte diese Tür mit Klebeband. Damit beim Transport bloß nichts passiert.

Alexander Haas war am Montagnachmittag um 14 Uhr mit seinem Hund in Urberach spazieren. Neben einem Glascontainer am Feld nahe der Kinzigstraße entdeckte er einen verdächtigen Gegenstand: das Terrarium. Im Sand saß wie versteinert der Skorpion in der Knallsonne. „Der Hund hat dran geschnüffelt und mich drauf aufmerksam gemacht“, sagt der Mann. Er kennt sich mit Reptilien aus und alarmierte sofort die Polizei.

Geschützt von dicken Handschuhen, wagte sich Klaus-Dieter Preuß an das Terrarium heran.

Zum Glück. Denn bei dem Fund-Tier handelt es sich um einen Nordafrikanischen Dickschwanzskorpion (Androctonus australis), ein Exemplar aus der Familie der Buthidae. Die Art ist Wikipedia zufolge über weite Teile Nordafrikas und Südasiens verbreitet und zählt zu den giftigsten überhaupt. Jedes Jahr gibt es mehrere Tote wegen Skorpionstichen. Die Stärke des Giftes entspricht etwa der Toxizität einer Schwarzen Mamba. Das Vieh wird bis zu zehn Zentimeter lang und ist stroh- bis ockergelb.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Fast schon ein Anschlag

Androctonus australis ist in Hessen verboten. Er lebt in Wüsten und hält sich tagsüber in Sand, Erde oder unter Steinen und auch in Mauern auf. Er wird daher regelmäßig in besiedelten Gebieten angetroffen. Die Art gilt als besonders aggressiv. Wie gut, dass die Ordnungspolizisten Klaus-Dieter Preuß und Günther Braun mit äußerster Vorsicht vorgingen. Der toxische Fund kam zunächst ins Tierheim nach Münster und dann ins Vivarium Darmstadt. Haas zu unserer Zeitung: „Das Letzte, ein so gefährliches Tier auszusetzen!“

(bp)

Die kuriosen Funde des Frankfurter Flughafenzolls

Ratte an Bord! Die 10 tierischsten Flugpassagiere

Quelle: op-online.de

Kommentare