Urberach

Glasers Skulpturen des Monats würden jeden Garten schmücken

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Mit Argusaugen, eulenhafter Weisheit und wachsamem Blick wird derzeit das Urberacher Rathaus gehütet – KiR-Künstler Wilhelm Glaser (im Bild) macht es möglich. Zu sehen noch bis Ende Januar.

Urberach - (chz) Die Figuren aus Stahl und Stein versprühen Lebensfreude und verschönern jeden Garten. Wilhelm Glaser entdeckte seine Liebe zur  Kunst erst im Ruhestand.

Ein Schmunzeln umspielt meist die Lippen der Passanten, die derzeit am Urberacher Rathaus einen Blick ins Ausstellungsfenster werfen und darin Argusauge, Tempelwächter und Athena sehen, drei Edelstahl- und Steinobjekte des Urberachers Wilhelm Glaser. Sie repräsentieren im Januar die „Skulpturen des Monats“, sind käuflich zu erwerben und machen zugleich Werbung für ihren „Schöpfer“ und die Rödermärker Künstlergruppe KiR.

Wilhelm Glaser, geboren 1937 im Erzgebirge - was er auch noch heute nicht in seiner Sprache verbergen kann - ist künstlerisch ein ausgesprochen Spätberufener. Erst im Ruhestand suchte er eine neue Herausforderung, in der sein umfassendes Wissen als Schweißfachmann und seine Liebe zu Materialien wie Metall oder Stein zum Tragen kommen.

Ein guter Freund und Inhaber eines Metallbaubetriebs in Bad Homburg öffnete ihm jederzeit seine Werkstatt mit Schweiß-, Schneide- und Poliermaschinen. So entstanden in liebevoller Kleinarbeit die ersten Fantasiefiguren - zumeist Tiere, Vögel, Libellen, Schmetterlinge von 30 Zentimeter bis zu zwei Meter Höhe, inzwischen aber auch Auftragsarbeiten zu anderen Themen wie etwa originelle Siegerpokale für Golfturniere.

Seine Materialien - Baustahl „ST.37“, Kiesel jeder Größe, Granit, Sandstein - motivieren ihn erst vor seinem geistigen Auge, dann setzt Wilhelm Glaser die Ideen in der Werkstatt um.

Seiner Tochter und seiner beiden Enkelkinder wegen nach Urberach umgesiedelt, vermisste er schon bald seinen Frankfurter Fußballclub „SpVgg Ostend 07“ nicht mehr, obwohl er 18 Jahre dessen Vorsitzender war. Beim MTV hatte Glaser den Tischtennissport entdeckt, wo er heute noch in der dritten Mannschaft Kreisklasse spielt.

Über Lou Heinrich kam er zu KiR, mit der er bereits Ausstellungen im Bücherturm oder auf den Seilaufer „Weyberhöfen“ bestückt hat. Wilhelm Glaser ist auch Mitglied im Dietzenbacher Fotoclub, wo ihm ein Freund einen reichhaltigen Werkkatalog zusammengestellt hat. Der umfasst inzwischen um die 30 Kunstobjekte - ganz abgesehen von praktischen Arbeiten vom Christbaumständer bis zur Blumenbank.

Im Schaufenster des Rathauses ist zur Zeit sein Fantasievogel „Argusauge“ zu sehen, ebenso wie seine Eule Athena oder der „Tempelwächter“ mit seinem federgelagerten Wackelkopf. Schon beim Hinsehen befällt den Betrachter dieselbe gelöste Heiterkeit und Lebensfreude, die der Künstler selbst ausstrahlt. Alle Exponate sind wetterfest, also absolut gartentauglich: „Das sind Anschaffungen fürs Leben - da braucht man nichts dran zu machen, nicht mal putzen!“ Glasers Skulpturen sind noch bis Ende Januar im Rathausfenster zu betrachten, dann machen sie Platz für Holzkunst von Dr. Dieter Knop.

Quelle: op-online.de

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