Den Glauben spielerisch erklären

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Bei 70Teilnehmern und 30 Betreuern stehen Kennenlernspiele stets an den Anfang der Kinderbibeltage.

Urberach (chz) - Als Martin Luther in seiner Jugend auf einer Wiese von einem schweren Gewitter überrascht wurde und schwor, Mönch zu werden, falls er es heil überleben würde, lernte er „Gänseblümchen“ kennen - ein ausgerissenes Schaf.

Die Freundschaft dieses ungleichen Paares macht seit gestern die Teilnehmer der Kinderbibeltage mit dem Leben des großen Reformators vertraut. Gleich morgens begegnen die Kinder dem Duo in der Andacht, untertags lernen sie dazu alte Handwerke, Basteleien und sportliche Ertüchtigungen aus der Zeit des Mittelalters kennen.

Gemeinsam haben die Urberacher Petrusgemeinde und die evangelische Kirchengemeinde Ober-Roden wieder zu ihren Kinderbibeltagen eingeladen, die am Sonntag mit einem großen Familiengottesdienst beendet werden. Die Gemeindepädagogen Elke Preising und Frank Daxer leiten mit knapp 30 Teamern, die meisten davon Jugendliche und viele schon bibeltagserprobt, die religiösen Ferienspiele. Sie haben alle Hände voll zu tun: Mit 70 Kindern von sechs bis zwölf Jahren und einer Warteliste haben die Bibeltage eine Größe erreicht, die die Organisatoren sowie die freiwilligen Küchenfeen und –meister vor eine große Aufgabe stellen.

Fotostrecke der Bibeltage in Urberach

Viele Kinder bei den Bibeltagen

Der Tag ist stets gleich strukturiert: Rituale wie die Andacht mit eigenem Liederheft und dem von Frank Daxer selbstgeschriebenen humorvollen Theaterstück in mittelalterlicher Verkleidung die Gruppenphase, Mittagsandacht und gemeinsames Essen im Saal, Spiel und Spaß und der Schlusskreis, wenn möglich Platz vor der Kirche. Danach geht’s mit den Gemeindebussen oder den Eltern nach Hause.

Auch die Lieder sind teilweise aus den vergangenen Jahren bekannt – zur großen Freude der mindestens zwei Drittel bibeltagserfahrenen Kindern aus allen Ortsteilen, die sich über jedes Wiedererkennen lautstark freuen. Darüber hinaus zieht sich natürlich auch der thematische Ablauf, in diesem Jahr die Reformation und ihre Auswirkungen, durch die Tage. Seit Monaten wurden sie vom Team um Elke Preising und Frank Daxer intensiv und liebevoll vorbereitet. Das reicht bis hin zur begleitenden Musik auf mittelalterlichen Instrumente wie Laut, Flöte oder Trommel.

Auch der Alltag ist dem Zeitalter Martin Luthers nachempfunden. Die Kinder werden vom Lutherblitz begleitet, der auch die Namensschilder ziert, werden die Lutherrose kennen lernen und Lederbeutel nähen oder Jungfernkränze winden und werden mittelalterliche Spiele wie Schwertkampf oder Armbrustschießen erleben, aber auch Murmel, Seilspringen oder Sackhüpfen. Und sie werden den Familiengottesdienst am Sonntag Morgen, 1. Mai, um 10 Uhr mit vorbereiten. Dazu ist die Gemeinde herzlich eingeladen, selbstverständlich ebenso konfessionsübergreifend wie es auch die Kinder bei den Bibeltagen sind.

Quelle: op-online.de

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