Gondeln wie die Venezianer

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Hedwig Tücking-Gruschka macht den Main zum Canale Grande.

Rödermark ‐ Hedwig Tücking-Gruschka, Lehrerin an der Nell-Breuning-Schule, macht den Main bei Frankfurt gelegentlich zum Canale Grande. Elegant gondelt sie mit Jugendlichen aus Rödermark und Rodgau zwischen Gerbermühle und Eisernem Steg hin und her. Von Michael Löw

Wer zum Teufel hat dieses Ding an der Bordwand Forkola genannt? Eine Gabel hält bekanntlich etwas fest, doch die Forkola hat nichts weiter als eine halbkreisförmige, ausgerechnet nach hinten offene Einbuchtung. Und genau deshalb macht sie angehenden Gondolieri die ersten Ruderversuche zur Hölle. Der Riemen flutscht bei jeder Gelegenheit aus der Forkola und damit auch aus dem Wasser.

Hedwig Tücking-Gruschka, Italienisch- und Sportlehrerin an der Nell-Breuning-Schule, gondelt seit drei Jahren und hat schon diverse Schüler für das „Italienische Rudern“ begeistert. Sogar mit der Forkola haben sich die Jugendlichen angefreundet, auch wenn Kevin Massoth immer noch der Meinung ist: „Das muss ein Besoffener entwickelt haben!“

Vielleicht liegt der Zwölftklässler damit nicht einmal falsch. Gondeln sind Boote ohne Kiel, mit denen die Venezianer früher durch die flachesten Kanäle ruderten: zur Entenjagd, zum Kirchgang und eben auch zu jenen ebenso prunkvollen wie ausschweifenden Maskenbällen, für die die Lagunenstadt berühmt und berüchtigt war.

Hedwig Tücking-Gruschka kam trotz fundierter Italien- und Italienisch-Kenntnisse erst vor drei Jahren in Frankfurt zum Gondeln. Sportkamerad Johannes Weßling von der Rudergesellschaft Germania 1869 hatte eine Gondel aus Venedig an den Main transportiert und im Verein gefragt, wer ihn denn aufs Wasser begleitet. Sie nahm die Einladung an, eine Leidenschaft war geweckt.

Quelle: op-online.de

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