Kinder ziehen Tiere groß

Großes Herz für kleine Ziegen

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„Ziegenmuddi“ Lisa mit „Rambo.

Ober-Roden - Manche haben einen Hund als Haustier, andere eine Katze. Auch Vögel sind beliebt. Aber Ziegen? Bei Familie Frank schon. Sie hat gleich acht davon: drollige Zwerg-Bergziegen. Von Christine Ziesecke

Jeder kennt wohl den Ziegen- oder auch Geissen-Peter aus „Heidi“, dem Kinderroman von Johanna Spyri. Er liebte seine Ziegen abgöttisch und war ihnen Mutter und Vater zugleich. So ähnlich geht’s den kleinen Zwerg-Bergziegen in Ober-Roden auch: sie haben Lisa, die elfjährige Enkelin von Gerd Frank.

Gerd Franks Schrebergarten liegt am Oberwiesenweg direkt an der Rodau nur wenige Meter hinter der Trinkbornschule. Auf dem 3000 Quadratmeter großen Grundstück taucht der Besucher in ein Paradies für Tier- und Naturfreunde ein.

Bauwagen fürs Geflügel

Zwei Reitpferde hat er in Eppertshausen eingestellt, 20 Hühner und ein Hahn haben einen eigens für sie ausgebauten Bauwagen als Stall auf dem Kleingartengelände, dazu kommen acht Ziegen, von denen ein Bock derzeit für die Zucht ausgeliehen ist. Es sind keine normalen Ziegen, sondern zwei braune Bergziegen und dazu weiße Zwerg-Bergziegen.

Gerd Frank hat sie vor gut einem Jahr von einer Bekannten aus Ober-Roden übernommen, die sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr halten konnte. Rasch waren sie zu den Lieblingen der Kinder rundherum geworden und Lisa Frank übernahm die Herrschaft über die Ziegen.„Sie ist unsere Chefin, die Ziegenmuddi“, schmunzelt Gerd Frank und ist mächtig stolz auf die mittlerweile elfjährige Enkelin, die gemeinsam mit Freundin Nina (12) und mit Bruder Tim (8) und dessen Freund Jonas (8) viel Zeit im Garten verbringt.

Beim Füttern mit der Flasche sind auch die Buben sofort gern bei der Sache: Tim und Jonas (rechts) mit den Zwerg-Bergziegen Jenny und Julia.

Im vergangenen Jahr kam mit Millie schon das erste Zwergziegen-Baby auf die Welt. In diesem Jahr war Mutter Lenchen wieder schwanger. Gerd Frank erinnert sich lebhaft daran: „Mittags war noch nichts zu erkennen, und als ich zwei Stunden später wieder kam, waren die Drillinge auf die Welt gekommen.“ Eines stand winzig klein und wackelig mitten im großen Stall, eines lag tot dabei und eines kämpfte sehr schwach mit dem Leben. Gemeinsam mit Enkelin Lisa packte er die beiden lebenden Babys in eine Kiste mit Stroh und fuhr zum Tierarzt Dr. Jost in Waldacker, der sie mit Infusionen und Rotlicht aufpäppelte. Das Problem: nach einer Woche intensiver Pflege nahm die Zwergziegenmama ihre beiden Kinder nicht mehr an. „Sie gab ihnen keine Milch mehr“, erinnert sich Lisa. „Und da wurde ich so etwas wie die Mutter für die Zwei, für Jenny und Julia. Wir melken die Mutterziege und geben den Beiden die Milch mit den Fläschchen.“

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Wenige Tage später wurde noch ein Zwergziegen-Baby geboren, sehr zur Freude von Lisa: „Ein braunes Ziegenböcklein, das aussah wie seine Mutter. Wir nannten ihn Joschy. Und seither haben wir acht Ziegen, die sich bei uns sehr wohl fühlen.“ Im Februar kamen die Jungen auf die Welt. Bis zu zehn Monate werden sie mit der Flasche und mit Aufzuchtmilch großgezogen. Wer gerne einmal zuschauen möchte: Familie Frank und ihre Ziegen haben nichts gegen interessierte Gäste bei den Babymahlzeiten morgens und abends jeweils um 8 Uhr.

Quelle: op-online.de

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