Großputz vereint Junge und Alte

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Auch die im Herbst gegründete „Initiative Breidert“ beteiligte sich intensiv am Gemeindeputz, um ihren Stadtteil vom Unrat zu befreien.

Rödermark - Das strahlende Frühlingswetter machte die eher unangenehme Arbeit des Gemarkungsputzes sehr viel leichter. Von Christine Ziesecke

Mit Müllsäcken, Arbeitshandschuhen und teilweise mit Greifern bewaffnet, strömten am Samstagmorgen rund 230 große und kleine Rödermärker aus, um ihre Stadt aufzuräumen. Vier Stunden später kündeten Berge von blauen Säcken und sperrigen Teilen an vielen Punkten der Stadt vom Erfolg.

Inzwischen ist es gute Tradition, dass neben vielen Vereinen, Verbänden und Privatleuten auch Klassen der Schule an den Linden, der Trinkborn- sowie der Nell-Breuning-Schule und mehrere Kindertagesstätten teilnehmen. Die jüngsten Helfer werden zusätzlich mit Warnwesten ausgestattet, um nicht unter die Räder zu kommen. Siegrun Rock und Matthias Weber, Mitarbeiter der Kommunalen Betriebe Rödermark, hatten gemeinsam mit den Kollegen vom städtischen Betriebshof an der Ausgabestelle alles gut vorbereitet und im Griff.

Im Breidert hatten sich die neue „Initiative Breidert“ und die Kindertagesstätte Zwickauer Straße zusammengetan und sorgten mit jeweils rund 25 Helfern jeden Alters für sauberen Lebensraum.

Olaf und Robin Gerbig fanden zwischen Messenhausen und Urberach nicht nur ein Fahrrad, sondern auch Reifen und Altölkanister.

Leichten Unmut gab’s höchstens bei den Müllmännern und –frauen, die es nicht gut fanden, anderen Mitbürgern den Bürgersteig zu säubern: „Wenn jeder seinen Bürgersteig kehrt, müssten wir nicht Dutzende von Zigarettenkippen auflesen!“ Doch auch die Grünstreifen am Rand viel befahrener Straßen forderten die Sammler ganz: „Allein auf dem Weg entlang der B 459 zwischen Waldacker und Ober-Roden haben wir zehn Wodka-Fläschchen und einmal Jägermeister gefunden – die Leute werfen das wohl einfach zum Autofenster heraus“, wunderte sich der zehnjährige Neil Eberle und beschloss gleich, auch im nächsten Jahr mit seinem Vater wieder mitzumachen.

Origineller waren die Raritäten, die die Kolpingsfamilie aufgegabelt hatte: Tierschädel, Vogelhaus, Fußball und Golfball, ein ganzes Zelt mit Gestänge, eine kleine Gasflasche – alles zwischen BSC und Viktoria in Urberach. „Im Wald selbst ist es ziemlich sauber, nur an den Rändern geht’s rund“, staunte Vorsitzender Markus Wehner. Echte Ferkeleien waren da schon die Reste, die im Gelände diesseits der Messenhäuser Kapelle ans Tageslicht kamen: ein ganzer Satz Autoreifen und dazu mehrere Kanister, vermutlich mit Altöl. „Das muss auch noch extra entsorgt werden“, schüttelten die Fahrer des Bauhof-LKW den Kopf, die nach getaner Bürger-Arbeit die zahllosen blauen Säcke an den markierten Stellen einsammelten.

Den Dank der Stadtverwaltung an ihre hilfsbereiten Bürger überbrachte beim abschließenden Imbiss Erster Stadtrat Alexander Sturm, in dessen Fachbereich der Betriebshof fällt: „Wenn man sich vorstellt, dass diese Menge vorher alles in der Natur herumlag, ist das eine Leistung, die ohne Sie alle gar nicht zu erbringen wäre! Damit ist die gesamte Gemarkung ein Stück sauberer und lebenswerter geworden!“

Unter allen Teilnehmern des Großreinemachens wurden die Gewinner praktischer Preise von Waschmittel bis Badehaus-Karten gezogen; alle Kinder bekamen zudem österliche Überraschungen. Besonderer Dank für ihre bürgerschaftliche Initiative galt den fünf Mädchen, die schon im Vorfeld aufgeräumt hatten: Vanessa Colella, Wiebke Hahn, Luisa Henkel, Zeynep Karakas und Zoe Teike hatten gar nicht erst den Samstag abgewartet, sie hatten in den Tagen davor schon ihre Umgebung gesäubert.

Quelle: op-online.de

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