Grüne Leihstimmen für die CDU

+
Komplett neu besetzt ist der ehrenamtliche Magistrat in der Legislaturperiode 2011 bis 2016: Der ebenfalls neu gewählte Stadtverordnetenvorsteher Jörg Rotter (rechts), Bürgermeister Roland Kern und Erster Stadtrat Alexander Sturm überreichten Sylvia Baumer, Karin von der Lühe, Anna-Monika Gierszewski, Hans-Peter Hente, Sven Sulzmann und Werner Popp (von links) die Ernennungsurkunden. Foto: Löw

Rödermark - CDU und AL demonstrierten bei der ersten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung Einigkeit und Handlungsfähigkeit. Von Michael Löw

Die neue Koalition ließ keine Zweifel aufkommen: Einen Holperstart mit internen Zwistigkeiten und gegenseitigem Misstrauen, das in markierten Stimmzetteln gipfelte, wie vor fünf Jahren das schwarz-gelbe Bündnis wird sie nicht hinlegen. Sämtliche Personalentscheidungen fielen mit überwältigender Mehrheit.

Das neue Parlament hat nur noch 39 statt 45 Sitze. Die CDU hat bei der Kommunalwahl 16 Mandate gewonnen, die AL 13, die SPD 6, FDP und Freie Wähler je 2.

37 Ja-Stimmen bekam Parlamentsvorsteher Jörg Rotter, der die Nachfolge von Maria Becht antritt. „Der Stadtverordnetenvorsteher muss ein Kommunikator, Präsentator, Multiplikator und Integrator sein. Jörg Rotter ist dies alles“, warb der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Gensert für seinen Parteifreund, der mit 36 Jahren der einer der jüngsten Parlamentspräsidenten in der Region ist. Rotter dankte in einer kurzen Rede für den „überwältigenden Vertrauensbeweis“ und kündigte an, sich in den Ausschüssen in die Diskussionen einzumischen: „Ich werde kein politisches Neutrum sein!“

Bei der Wahl der ehrenamtlichen Stadträte ging die schwarz-grüne Harmonie noch einen Schritt weiter: Zwei Leihstimmen der AL sicherten der CDU einen dritten Sitz im Magistrat. Den hätten sich nach dem komplizierten Berechnungsverfahren sonst FDP und Freie Wähler geteilt, die am Montagabend mit einer gemeinsamen Liste überraschten.

Ehrenamtlicher Teil des Magistrats neu besetzt

Dem Magistrat gehören in den kommenden fünf Jahren außer Bürgermeister Roland Kern (AL) und dem Ersten Stadtrat Alexander Sturm (CDU) folgende Stadträte und Stadträtinnen an: Hans-Peter Hente, Sven Sulzmann, Anna-Monika Gierszewski (CDU), Werner Popp (SPD), Karin von der Lühe, Sylvia Baumer (AL).

Damit ist der ehrenamtliche Teil des Magistrats komplett neu und zur Freude des Bürgermeisters zur Hälfte weiblich besetzt. Sylvia Baumer, die Vorsitzende der Künstlergruppe KiR, ist das einzige Mitglied ohne parlamentarische Erfahrung. Ihre Kollegen und Kolleginnen arbeiten zum Teil schon seit Jahrzehnten in der Stadtverordnetenversammlung mit.

Bürgermeister Roland Kern vertritt Rödermark künftig im Regionalen Planungsverband. Stadtrat Sturm und der SPD-Stadtverordnete Norbert Schultheis sind seine Vertreter. Der Planungsverband entscheidet unter anderem über die Stadtentwicklung. Vor wenigen Wochen noch hätte die Wahl des Rödermärker Mitglieds eine politische Grundsatzdebatte losgetreten. Nachdem sich CDU und AL jedoch auch über Siedlungs- und Gewerbeflächen geeinigt hatten, war sie nur noch eine Formsache.

Eröffnet wurde die erste Sitzung traditionell vom ältesten Mitglied der Stadtverordnetenversammlung. Hans Sulzmann (74, CDU) forderte die Parlamentarier auf, um das Vertrauen der Bürger zu kämpfen: „Die Nichtwähler wären die stärkste Fraktion hier im Haus. Das sollte uns zu denken geben!“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare