Aktion „Offene Gärten“

Grüne Oase aus dem Nichts erschaffen

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Seit vier Jahren wohnen Sonja und Jürgen Stech zur Miete an der Elisabethenstraße. Seither haben sie hinter dem Reihenhaus ein blühendes Paradies geschaffen, von dem es sogar eine Entstehungsdokumentation gibt.

Rödermark - Große grüne Segel wiesen auch wieder den Weg zur Aktion „Offene Gärten“ in Rödermark, und das war gut so. Denn so manche der auffallend schönen, gut gepflegten und zumeist üppig blühenden Kleinode waren von der Straße aus nur ein unauffälliges Anwesen.

Was sich hinter efeuumwachsenen Törchen und Rosenbögen alles versteckte, eröffnete sich erst beim Nähertreten. Mal waren es winzig kleine verwunschene Ecken wie die Laube bei Friederike und Oliver Nedelmann, in die man nur über den Hof gelangt, der auch als Theaterbühne dient. Mal waren es sich rund ums Haus erstreckende Stauden-, Kräuter- und Nutzgärten wie beim Ehepaar Schaffner am Urberacher Spessartring. Dort gab’s nicht nur Berge sorgfältig gestapelten Kaminholzes zu entdecken (Von dem der Hausherr zugibt: „Das ist mein Ding, den Garten dagegen macht meine Frau!“). Es fand sich auch mal ein kleines Nilpferd im liebevoll gepflegten Teich oder schöne Keramiken an den Mauerwänden: „Wir nehmen zum ersten Mal teil. Die Aktion ist eine gute Gelegenheit, seine Nachbarn kennenzulernen“, freute sich die Hausherrin, die am Ausgang auch Ableger ihrer Schätze verschenkte.

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Der Besuch war geringer als in den vergangenen Jahren. Weniger Radfahrer waren unterwegs, doch wie gewohnt fuhren die meisten von ihnen viele der elf offenen Gärten nacheinander an. Ganz ruhig war’s morgens noch in der Kita Pestalozzistraße, wo Kinder, Erzieherinnen und Fördervereinsmitglieder stolz präsentierten, was sie in diesem Frühjahr schon alles gemeinsam geleistet haben: Hochbeet versetzt und ein neues aufgebaut, in zahllosen Töpfen Ableger und Samen gezogen. Und alles stand unter dem Thema „Bienen“, weshalb die Kita enge Kontakte zu Imker Waldemar Befuß hat. Hoch her ging es im Garten von Ilse Polerowicz im Wiesengrund. Dort hatte das NABU-Mitglied den Rödermärker Ortsverein sowie den Imker Heribert Schwab mit ins Boot geholt und präsentierte alles Erdenkliche rund um das Brüten, Füttern und Tränken von Vögeln. Umrahmt wurde alles von getöpferten Tieren, Futterstellen und Vogeltränken, die in einem Volkshochschulkurs entstanden sind. In mehreren grünen Oasen verband sich die Gartenkunst mit der bildenden Kunst.

Tag der Offenen Gärten

Tag der Offenen Gärten

Mit einer Fotodokumentation darüber, wie ihr üppig blühendes Rosen- und Staudenparadies innerhalb von nur vier Jahren buchstäblich aus dem Nichts entstanden war, belegten Sonja und Jürgen Stech an der Elisabethenstraße ihre Arbeit – und das, obwohl sie dort nur zur Miete wohnen. Im Vergleich zur sehr unscheinbaren Vorderansicht des Hauses war das wohl eine der größten Überraschungen des Tages. Dass sich überall eine besonders üppige Blumenpracht präsentierte, lag vor allem am Frühlingswetter: „Es blüht viel mehr gleichzeitig in diesem Jahr“, freute sich Doris Heise-Lück – gemeinsam mit Angelika-Doris Tank Organisatorin der Garten-Öffnung. „Es war wie die vier Jahre zuvor auch: Erst war es mühsam, die Gartenbesitzer zu motivieren, aber zuletzt lief es doch gut bis auf eine spontane Absage.“ Dafür hat sie auf der Terrasse und im Garten einen Vorlauf ihrer ersten Bilderausstellung, die im Oktober startet, gezeigt.

chz

Quelle: op-online.de

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