Gartenarbeit mitten auf der Fahrbahn

Grünpatinnen machen Verkehrsinseln zum Hingucker

Rödermark - 48 Männer und Frauen sind Grünpaten. Sie versorgen mehr als 800 Quadratmeter bepflanzter Verkehrsinseln, Rabatte am Straßenrand, Blumenkübel oder Bäume. Das macht die Straßen ein Stück lebenswerter, ohne dass sich die städtischen Gärtner darum kümmern müssen.

Maria Becker, Adele Bellia und Brigitte Beldermann (von links) sind zusammen mit einigen Nachbarn Patinnen einer Verkehrsinsel Am Taubhaus. Was sie dort einpflanzen, ist nicht nur bienenfreundlich, sondern muss auch Autoabgase aushalten.

Maria Becker, Adele Bellia und Brigitte Beldermann gärtnern gelegentlich mitten auf der Straße. Die drei Damen sind Grünpaten einer Verkehrsinsel Am Taubhaus und haben grob geschätzte zehn Quadratmeter eher tristes Straßenbegleitgrün zu einem vorzeigbaren Fleckchen Erde gemacht, um das die Autos kreisen. Dort wachsen jetzt im Spätsommer unter anderem Schafgarben, Astern und Lavendel. Diese Pflanzen liefern nicht nur Nahrung für Bienen, sondern vertragen auch Autoabgase. Wenn die Frauen die Verkehrsinsel beackern, ist nachbarschaftliche Hilfe selten weit. Die einen reichen den Wasserschlauch über die Straße, andere verschenken Pflanzen oder Erde, die nächsten halten auf dem Weg zur Kompostierungsanlage an und nehmen den Abfall mit.

Die Urberacherinnen beweisen wie zahlreiche andere freiwillige „Stadtgärtner“ Gemeinsinn. 48 Grünpaten gibt’s; sie betreuen gut 800 Quadratmeter bepflanzter Fläche. Das ist zwar nur ein Bruchteil der mehr als 60 Rödermärker Grünanlagen - aber meist ein besonders sorgsam betreuter Bruchteil.

Die Idee wurde Ende 2013 aus der finanziellen Not geboren. Unterm Rettungsschirm des Landes wurden die Mittel für die Grünpflege zusammengestrichen. Der Magistrat rief die Bürger auf, das zu tun, was städtisches Personal mangels Geld nicht mehr tun kann. Anfang 2014 gab es 10 Grünpaten, 2015 war ihre Zahl auf 30 und Mitte 2016 auf 40 Helfer gestiegen. Sie arbeiten unterm Dach des städtischen Ehrenamtsbüros. Mal einzeln, mal in Nachbarschaftsgruppen wie im Taubhaus oder in Waldacker.

Kennen Sie die Wappen aus der Region?

Weil Passanten irritiert sind, wenn sie Rentner oder Familien im öffentlichen Grün werkeln sehen, stellt die Stadt Hinweisschilder in diesen Flächen auf. „Damit wollen wir dieses Engagement auch anerkennen und würdigen“, sagt Bürgermeister Roland Kern. Wer Interesse an einer Grünpatenschaft hat, kann sich an die Ehrenamtsbeauftragte Elke Heidelbach wenden: elke.heidelbach@roedermark.de, Tel.: 06074/911-671. Flächen gibt’s genug. (lö)

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Löw

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare