Gute Einfälle als Geschäftskapital

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Thomas Heinz und seine Familie sind in Ober-Roden bekannt. Sein Großvater Ludwig Gotta leitete mehr als 50 Jahre eine Lederwarenfabrik mit mehr als 250 Mitarbeitern.

Ober-Roden - (bp) Zurück zu seinen Wurzeln kehrt der Ober-Röder Unternehmer Thomas Heinz. Der diplomierte Marketingfachwirt hat die Büros im Gewerbepark angemietet, die er 1988 zusammen mit seinem Vater Bert im Eigentum besaß.

Nicht nur die Rückkehr in eine vertraute Umgebung gab zu diesem Schritt den Ausschlag. „Der Standort hier mitten im Rhein-Main-Gebiet ist einfach gut“, beschreibt der 51-jährige Werbefachmann die Vorzüge seiner neuen und alten Bleibe an der Paul-Ehrlich-Straße 34.

2001 hatte der gebürtige Ober-Röder die Liegenschaft verkauft und sich mit einem Geschäftspartner in Dietzenbach niedergelassen. Diese Partnerschaft besteht nun nicht mehr, Heinz geht wieder eigene Wege. Das macht er freilich nicht alleine. Seine Frau Regina ist in Sachbearbeitung und Buchhaltung tätig, Mitarbeiterin Angela Schäfer in der Sachbearbeitung. Zudem besteht eine Bürogemeinschaft mit der benachbarten Werbeagentur Ross. „Wir sind eine kleine und flexible Einheit ohne Wasserkopf.“

Thomas Heinz‘ Spezialgebiet sind schnelle und individuell angepasste Werbemittel, die seinen Klienten eine Alleinstellung am Markt sichern. Seine Kunden geben ein Produkt vor, das sie vermarkten möchten - und der Werbeexperte liefert dazu die zündende Idee und das passende Werbemittel. Dazu gehören natürlich Standards wie Kugelschreiber, bedruckte Textilien, Taschen, Tassen . . . Der Vater zweier Kinder entwirft aber auch sehr spezielle Werbeartikel.

Nie vergessen wird er zum Beispiel den Aufwand, den er für einen Kunden aus der Pharmaindustrie betrieb. Das Unternehmen wollte ein neues Schilddrüsenpräparat bekannt machen. Begleitend zur Produkteinführung sollten Ärzte ein Schilddrüsenmodell aus Kunststoff erhalten, anhand dessen sie Patienten ihr Krankheitsbild und die Wirkungsweise des Präparats erläutern. Das Problem: weltweit war ein solches Modell nicht verfügbar. Es musste folglich extra entworfen und hergestellt werden. Das gelang schließlich mit Hilfe eines Professors einer Spezialklinik, der einer Leiche eine Schilddrüse entnahm, die als Vorlage für einen Abdruck diente. Eine Modellbauerin fertigte davon ein dreidimensionales Kunststoffmodell. Nach der Anfertigung von Spezialspritzwerkzeugen ging dieses schließlich in die Kleinserienfertigung.

Ein so großes Rad muss Thomas Heinz nicht immer drehen. Aber gute Einfälle und Ideen, wie man sie dann auch realisieren kann, sind sein Kapital.

Zum Beispiel wollte die Evangelische Kirche zur jüngsten Landesgartenschau ein ganz besonderes Präsent, das die Besucher zuhause nicht gleich wieder achtlos wegwerfen. Da die Schau im Sommer stattfand, schlug Heinz einen Fächer vor, der den Gästen Abkühlung verschafft. Über diesen praktischen Nutzen hinaus konnte man das Geschenk als Symbol dafür verstehen, dass in der Kirche ein guter Geist weht. Ein Präsent mit Ober-Röder Tiefgang also.

Quelle: op-online.de

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