Kurse für Senioren

Sport kennt keine Altersgrenzen

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Vier Gymnastik-Kurse für Senioren gibt Elfi Runkel beim Roten Kreuz in Urberach (Foto) und Ober-Roden. Für Sport ist man nie zu alt, lautet ihr Motto.

Rödermark - „Wer rastet, der rostet“, lautet eine ebenso einfache wie richtige Weisheit. Doch gibt's auch einen Punkt, an dem Bewegung mehr schadet als nutzt?

Nein, versichern Elfi Runkel und Heide Bellwinkel-Hahn, die beim Roten Kreuz und den evangelischen Kirchengemeinden Gymnastik für Senioren anbieten. Die Übungen müssen natürlich der Fitness der Sportler angepasst sein. Beim Deutschen Roten Kreuz in Ober-Roden gibt Elfi Runkel mittwochs zwischen 9 und 11 Uhr im „Rothaha“-Saal zwei Gymnastik-Kurse für ältere Menschen. Donnerstags übt sie ebenfalls zweimal (9.30 bis 10.30 Uhr, 10.45 bis 11.45 Uhr) im Mehrzweckraum der Halle Urberach mit Senioren, die sich fit halten wollen. Die jüngste Teilnehmerin ist 61, die älteste fast 90.

„Man sieht auch im Alltagsleben, welche Leute Gymnastik machen und welche nicht“, sagt Elfi Runkel. Sport halte nicht nur körperlich, sondern auch geistig beweglich. Sie würde nie jemanden von vornherein ausschließen, weil er die 80 schon hinter sich hat oder über Arthrose klagt.

Bewegungsmangel beschleunigt die Alterserscheinungen, lautet eine Binsenweisheit nicht nur unter Sportwissenschaftlern. Das erkennen nach Ansicht der Urberacher DRK-Vorsitzenden Günther Meister immer mehr Senioren. Elfi Runkel stimmt ihre Sportstunden auf deren Leistungsvermögen ab. Sie mischt Ausdauertraining mit Mobilisations-, Dehnungs- und Kräftigungsübungen, nimmt immer wieder Geräte wie Therabänder, Seile, Expander oder Rhythmikhölzer dazu und lockert das Ganze mit Tänzen, Spielen und Gedächtnistraining auf. Viele Übungen sind auch im Sitzen möglich.

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Der Sport ist aber nur eine Seite der Gymnastik-Kurse. Die lockere Atmosphäre in der Gruppe ermöglicht neue Kontakte, vermittelt Lebensfreude und Spaß. Das Selbstvertrauen steigt, bei Problemen geben die Teilnehmer einander gegenseitig Hilfe. Meister: „Beide Gymnastik-Gruppen bestehen seit 1987 und setzen ein Zeichen dafür, dass selbst hohes Alter kein Hindernis ist.“ Heide Bellwinkel-Hahn verfolgt bei den evangelischen Kirchengemeinden in Ober-Roden und Urberach ein anderes Konzept. Die Physiotherapeutin und Krankengymnastin will zum Selbermachen animieren. Sie kommt in unregelmäßigen Abständen zu den Seniorennachmittagen und bietet ein kleines Sportprogramm an - passend zur Jahrezeit. Kurz vor Fastnacht werden beispielsweise bunte Luftballons zu Turngeräten.

Aber auch für Heide Bellwinkel-Hahn gilt: Jeder kann, keiner muss. Wie Elfi Runkel übt sie viel im Sitzen, legt dabei großen Wert auf die Atmung. In den vier Rot-Kreuz-Gruppen sind neue Mitturner stets willkommen. Wer wissen will, ob das Programm passt, darf unverbindlich schnuppern. Besondern gern gesehen sind Männer. Bisher konnten sich nur zwei Vertreter des angeblich starken Geschlechts für die Senioren-Gymnastik begeistern. Elfi Runkel ahnt, woran es liegen könnte: „Männer haben mit dem Wort Gymnastik nichts am Hut. Einer meiner Teilnehmer hat mir mal gesagt: ,Nennen Sie ihre Kurse doch Seniorensport, dann kommen auch Männer!"

Quelle: op-online.de

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