Alternatives Zentrum veranstaltet Open-Air-Konzert

Auf Häfnerplatz liegt Musik in Luft

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„The PLEBs“ wollten gerne auch - ihrem Namen gerecht - volksnah und bürgerlich sein, doch eigentlich entwickelte sich ihr Name nur aus ihren Namen: Kerstin Pfau (Gesang), Thomas Langer (Gitarre), Thomas Eifert (Schlagzeug) und Joky Becker (Bass)- diese eher ungewöhnliche Kombination

Urberach - Die Häfner Open, ein Open-Air-Konzert, welches das Alternative Zentrum (AZ) alle Jahre im Sommer kostenlos spendiert, hatte schon mal schöneres Wetter gesehen.

Es gab Zeiten, da kamen die Barmixer mit den kühlen Cocktails nicht nach, und es gab Zeiten, wo die laue Sommernacht zu nichts besser geeignet war als unterm Lindenbaum mit kühlen Getränken der Musik zu lauschen. Diesmal war’s kühler. Am besten hatten es zweifellos die drei Bands an diesem schaurig-schönen Samstag: sie hatten ein Bühnendach über dem Kopf. Die Zuhörer saßen dagegen im Regen – und das manchmal ohne zu weichen wie etwa Holger Jeuck aus Waldacker: „Warum sollte ich unter ein Dach gehen? Ich hab doch einen Schirm dabei!“ Er blieb von den ersten „PLEBs“-Tönen bis zum letzten Akkordeonklang der Amsterdam Klezmers auf seinem Platz sitzen und war dankbar für den kostenlosen Genuss: „Ich mache selbst Musik, habe einige von ihnen schon gehört und freu mich über diese Chance hier!“ Und dass er völlig unverrückbar sitzen blieb? „Das spricht doch für die Qualität der Musik!“

Das zeitweise miserable Wetter erschütterte die Besucher des Häfner Open nicht. Sie rückten eben enger zusammen.

Andere Zuhörer nutzten das kostenlose Angebot des AZ und kämpften sich raschelnd in die dünnen Plastik-Regencapes. Ganz wenige gingen beim ersten schweren Schauer, kamen aber wohl ebenso rasch wieder zurück, denn abends war der Platz unter den Linden sehr gut gefüllt mit hörenden und tanzenden Gästen. Bedauernswert waren die Mitarbeiter und Helfer des AZ, die mit Wischlappen und Scheibenputzern immer wieder die gröbsten Pfützen auf Tischen und Bänken wegschoben – zumindest woanders hin. „Die Cocktails gehen halt nicht so gut, aber ansonsten scheint es ganz ordentlich zu laufen“, freute sich AZ-Chef Lothar Rickert. An die Kosten mag er an diesem Abend gar nicht denken. „Vor vier, fünf Jahren hätte wir uns die Klezmergruppe noch nicht geleistet. Ich habe sie vor sieben Jahren beim Museumsuferfest erstmals erlebt und sie mir gleich im Kopf vorgemerkt, aber das klang noch unerreichbar damals.“

Schließlich kommen sie extra aus Amsterdam angereist, übernachten recht gediegen und bestehen auch noch auf Einzelzimmern – das lässt einen AZ-Chef schon erst mal nachdenklich rechnen. Aber spätestens bei den ersten temporeichen Tönen vom Stagemobil herunter ist das vergessen: Das Publikum ist absolut begeistert, viele tanzen vor der Bühne, keiner verlässt seinen Platz; tosender Applaus zwischen den Akkordeon-, Kontrabass- und Gitarrenklängen, zumal allein schon das Hinschauen Spaß macht – und das alles kostenlos, ein kulturelles Angebot an die Bürger, das voll genutzt wird. Volle Zustimmung erhielten natürlich auch die beiden Bands des Nachmittags. Die einstige Schul- und inzwischen längst ausgewachsene Rockband „Basement Riot“ zieht seit Jahren die Rödermärker an, nicht nur die ganz jungen.

Weinfest in Urberach (Archiv)

Weinfest in Urberach

Wie immer wusste Julia Pühler mit ihren Musikern die Bühne und das gesamte Publikum zu rocken. Eine besonders gelungene Aktion des AZ war in diesem Jahr die Eröffnung von Häfner Open mit den „PLEBs“ Kerstin Pfau, Thomas Langer, Thomas Eifert und Joky Becker. Die regional beheimateten, aber bundesweit und international bekannten Musiker mit ihrer hochwertigen Rock- und Jazzmusik und unzähligen publikumsbekannten Ohrwürmern im Gepäck brachten gleich dankbares Publikum mit, zu Fuß oder per Rad (bei der gesperrten Bahnüberführung auch sehr angeraten), das wie etwa Holger Jeuck bis in die Nacht sitzen blieb. Bis die gültige Ruheverordnung den Häfner Open 2014 ein Ende bereitete.

chz

Quelle: op-online.de

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