Ärgernis für Radfahrer und Gehbehinderte

Nach Umbau: Hängepartie an der B 459

Waldacker - Nicht ganz ein Jahr ist’s her, dass die Waldackerer die Freigabe der B 459 gefeiert haben. Mit dem Umbau der Ortsdurchfahrt hatten sie große Hoffnungen verknüpft. Von Michael Löw

Aber eine lange Mängelliste schürt Unmut im Stadtteil - zumal sich nach Ansicht der Waldackerer niemand so recht für deren Beseitigung zuständig fühlt. Autofahrer kommen ohne lange Staus, zur Freude der Anwohner aber auch ohne zu rasen durch Waldacker. Unsere Zeitung hat sich deshalb mit vier SPD-Senioren die Stellen angeschaut, die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmern das Leben schwer machen. Günther und Theo Fries sind zwei nicht mehr ganz junge Radfahrer. Regine Erdmann und Friedrich Höhler sind dagegen auf Krücken angewiesen.

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Sie haben Treppe und Rampe zur Talstraße als größte Gefahrenquelle ausgemacht. Gehbehinderte vermissen einen Handlauf entlang der Stufen: Entweder müssen sie sich das letzte Stück am Geländer zur Straße über ihnen festhalten oder greifen ins Leere. Noch sei niemand ernsthaft gestürzt, sagt ein Hauptstraßenanwohner, der die Treppe ständig im Blick hat. Und betont das Wörtchen „noch“.

Rampe nur noch Halb-Murks

Die Rampe auf der anderen Seite ist in den Augen vieler älterer Waldackerer nur noch Halb-Murks. Entgegen aller einschlägigen Normen hatte Hessen Mobil sie anfangs als durchgehende schräge Fläche pflastern lassen, obwohl kleine Stufen Vorschrift seien. Zweimal musste die fertige Rampe nachgebessert werden. Die nun eingebauten Wellen seien suboptimal - daher die immer noch wenig schmeichelhafte Bewertung.

Theo und Günther Fries beklagen die Beschilderung des Radweges am nördlichen Ende von Waldacker: Wer die Kreisquerverbindung am neuen Überweg gekreuzt hat, blickt auf ein Schild, das das Radeln auf der linken Seite, also gegen den Strom, erlaubt. Diese Regelung gilt aber nur bis zur Einmündung der Hermann-Löns-Straße, danach müssten Radfahrer auf die andere Seite der Bundesstraße wechseln. Doch das ist bloße Theorie, die Leute strampeln unverdrossen Richtung Ober-Roden, passieren bei eine Tankstellenzufahrt, vier Straßeneinmündungen und etliche Grundstücksausfahrten.

Alles andere als senioren- und behindertenfreundlich ist nach Ansicht vieler Waldackerer die Treppe von der Hauptstraße runter zum Parallelweg.

Theo Fries weiß zumindest von einem Fahrradunfall. Vor wenigen Wochen stießen an der Hermann-Löns-Straße eine alte Dame und eine Schülerin zusammen. Das Problem ist ganz einfach zu lösen, sagen die Altgenossen: Ein kleines Hinweisschild reiche, um Radfahrer über die ebenfalls neue Querungshilfe an den ersten Häusern auf die andere Seite zu leiten. Dann ist jeder auf der Seite unterwegs, auf der ihn die Planer auch vorgesehen haben.

„Geister-Radler“ machen einem Anwohner der südlichen Hauptstraße Kopfzerbrechen. Der Mann, der seinem Namen nicht in der Zeitung sehen möchte, beobachtet immer wieder Jugendliche und gelegentlich Erwachsene, die zwischen Lerchenberg und Buchrain den Mehrzeckstreifen gegen die Fahrtrichtung benutzen. Gegen diesen gefährlichen Leichtsinn muss seiner Ansicht nach das Ordnungsamt einschreiten. Denn nur eine weiße Markierung trennt die Radfahrer hier von den entgegenkommenden Autos, die am Ortseingang oft noch mehr als die vorgeschriebenen 50 Stundenkilometer auf dem Tacho haben.

30 größere und kleinere Baumängel

Die Quartiersgruppe Waldacker hatte Bürgermeister Roland Kern im Juni eine Liste übergeben, auf der sie 30 größere und kleinere Baumängel reklamierte. So zeigt beispielsweise die Ampel an der Wingertstraße für Fußgänger ganze 13 Sekunden Grün - viel zu wenig Zeit für Alte oder Gehbehinderte, um die B 459 zu überqueren. Weitere Kritikpunkte waren zugewachsene oder überflüssige Schilder, schlecht einsehbare Einmündungen oder eine Senke am Lindenweg, in sich Wasser sammelt und das Abbiegen zum Glücksspiel macht.

Jetzt hat sich auch die SPD des Themas angenommen und macht mit einer parlamentarischen Anfrage Druck beim Bürgermeister. Die Stadt soll sich bei der Dauerbaustelle Ortsdurchfahrt nicht ständig von Hessen Mobil vertrösten lassen, forderte Theo Fries beim Ortstermin an der Rampe Taten.

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Quelle: op-online.de

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