Rödermarks erste Feldschützin

Hunde und Autos fest im Blick

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So hat"s Feldschützin Hale Temür am liebsten: Dalmatiner-Weibchen „Suki“ geht brav an der Leine von Tina Lauer, die der Ordnungspolizistin gestern ungefragt auch den Kotbeutel zeigte.

Ober-Roden - Rödermark hat erstmals nach Jahrzehnten wieder eine Feldschützin. Ordnungspolizistin Hale Temür schaut seit Anfang März in der Natur nach dem Rechten und kontrolliert die Leinenpflicht oder das Fahrverbot auf Landwirtschaftswegen. Von Michael Löw 

Feldschütz - das klingt nach jenen meist alten Männern, die bis in die Sechzigerjahre aufpassten, dass Kinder keine Äpfel klauten oder Bauern nicht „versehentlich“ den Grenzstein zum Nachbaracker umpflügen und zu ihren Gunsten versetzen. In Rödermark gibt"s seit ein paar Tagen eine Feldschützin: Ordnungspolizistin Hale Temür.
Auftrag Nummer eins: Sie soll Hundebesitzern auf die Finger - besser auf den Haken der Leine - schauen und die Einhaltung des Leinenzwangs während der Brut- und Setzzeit kontrollieren. „Wir haben nicht an die Leinenpflicht gedacht“, bekam Feldschützin Temür schon in ihren ersten Dienst-Tagen immer wieder zu hören, wenn Hunde über Wiesen oder Äcker tollten.

Was bekanntlich ja das ganze Jahr über verboten ist, sagt Ordnungsamtsleiter Artur Singer und verweist auf das Hausrecht der Bauern. Wer dagegen verstößt, muss schlimmstenfalls 500 Euro berappen. So hoch kann jedenfalls das Bußgeld ausfallen, wenn man trotz mehrfacher Ermahnung durch den Landwirt weiter über den das frisch eingesäte Roggenfeld trampelt.

Feldschützin Hale Temür hat noch eine ganze Reihe weiterer Aufgaben. Sie soll und darf Autos anhalten, die verbotenerweise über Feld- und Waldwege gefahren werden. In die Landschaft gekippten Müll muss sie ebenso melden wie Schwarzbauten, Modellflieger oder Drohnen. Die dürfen nämlich nicht überall starten, wie so mancher Pilot glaubt.

Hale Temür war in den vergangenen Jahren als Leih-Polizistin für die Stadt tätig und schrieb Falschparker auf. Zum 1. Januar 2017 wurde eine zusätzliche Stelle bei der Ordnungspolizei geschaffen. Hale Temür bewarb sich und ist seither städtische Angestellte und seit 1. März Rödermarks erste Feldschützin der Neuzeit.

Ihre Ausbildung umfasste Theorie wie allgemeines Polizei- und Ordnungsrecht, Straßenverkehrsrecht oder Ordnungswidrigkeitsrecht und Praxis. Dazu gehörte auch die sogenannte Anwendung unmittelbaren Zwanges unter Benutzung von Hilfsmitteln wie Teleskopschlagstock, Pfefferspray oder Handschellen.

Leserbilder zum Hundetag (Teil 2)

Die Feldschützin hat grundsätzlich die Befugnisse eines Polizeivollzugsbeamten. Hale Temür nimmt die grundsätzlichen Aufgaben aller Ordnungspolizisten wahr, kümmert sich aber zusätzlich um Feld- und Forstschutz, zu dem die Überwachung der Anleinpflicht gehört. Bei ihren Streifenfahrten im Grünen wird sie oft mit einem Kollegen oder Kollegin zusammen unterwegs sein - der Eigensicherung wegen. Denn draußen im Feld schlagen Kontrollierte offenbar einen ruppigeren Ton an als im Ort.

Doch bisher ist Hale Temür mit freundlich-bestimmten Ermahnungen gut gefahren. Zumal sich - je nach Sichtweise - 80 bis 90 Prozent der Hundebesitzer brav an die Spielregeln halten.

Quelle: op-online.de

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