Wir sammeln originelle Weihnachtsgeschenke-Geschichten unserer Leser

Hamstersuche am Heiligen Abend

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Ein geschenkter Hamster bescherte einer Waldackerer Familie den turbulentesten Heiligabend seit Jahren. Er verschwand nämlich kurz vor der Bescherung.

Rödermark - Zwei Wochen noch, dann ist Heiligabend und unterm Weihnachtsbaum stapeln sich die Geschenke: von Herzen kommende und dem Verstand geschuldete, teure und billige, nützliche und dekorative, die inzwischen unvermeidlichen Profi-Küchenutensilien und in Stein gesteckte Ausflugsgutschein für kommende Sommertouren.

Geschenke sollen Freude bereiten. Doch manchmal bescheren sie den Schenkenden auch Stress und graue Haare. Sowas passierte vor Jahren unserer Mitarbeiterin Christine Ziesecke. Hier ihre Weihnachtsgeschichte:

Zwei Katzen, zwei Meerschweinchen und vier Brüder oder Pflegebrüder waren nicht genug gewesen; Tochter Katharina, damals etwa zwölf, wünschte sich zu Weihnachten einen Hamster. „Ein nachtaktives Tier? „Niemals!“, protestierten die Brüder und gaben sich dann doch geschlagen: „Wenn er in ihrem Zimmer bleibt.“ „Wenn sie das möchte“, lautete die lakonische Antwort des Vaters.

Mutter hat in einer Zoohandlung in Dietzenbach alles heimlich vorbereitet: Stall, Hamsterrad, Futter und so weiter. Das liebevoll ausgesuchte Tier, sehr klein noch und sehr possierlich, hat sie erst am Abend des 23. Dezember abgeholt und in einem Speicherkämmerchen sicher versteckt. Garantiert sicher, dachten wir. Bis zum Morgen des 24.: Da war die laut Zoohändler garantiert über Nacht als Notlager taugliche Transportkiste leer. Auch der Speicher war leer. Wir haben gewartet, gelockt, gesucht, alles vergeblich. Hat allerdings viele Schlupfwinkel und Ausgänge, dieser Speicherraum. Sollte der Hamster etwa… Bescherung in sechs Stunden. Unglückliches Kind zu Weihnachten? Völlig unmöglich! Also fuhr ich schweren Herzens in die Zoohandlung und habe buchstäblich mit Ladenschluss ein neues Exemplar erstanden, mit der Auflage: „Denken Sie dran: Hamster sind absolute Einzelgänger!“

Stunden später läutete das Glöckchen eine Bescherung mit vielen „Ah“ und „Oh“ ein, und dazwischen erschallte angesichts des Hamsters ein spitzes, hohes „Wie süüüß!“ Gemeinsame Freude an dieser Freude, doch nach einem kurzen Blick zwischen Vater und Mutter folgte das Geständnis: „Also, weißt du, das war so...“ Entsetzte Kinder fragten: „Und was macht der arme erste Hamster jetzt? Der verhungert und erfriert doch im Freien? Den müssen wir suchen!“ Eigentlich hatte ich mir den Heiligen Abend anders vorgestellt, doch die gesamte Großfamilie zog zum Speicher, öffnete die Tür – und erstarrte: „Da isser!“ Mitten im Raum saß verängstigt und ebenso starr wie die Menschen der Hamster Nummer eins!

Kurzfristig waren alle glücklich, allerdings mit zwei Hamstern und nur einem Käfig! „Denken Sie dran: Hamster sind absolute Einzelgänger!“, pochte es noch in meinen Ohren. Wir bauten jedenfalls für eine Nacht eine Notlösung, liehen uns am ersten Feiertag bei Freunden einen Käfigersatz und kauften am 27. Dezember einen zweiten Hamsterkäfig, damit die Einzelgänger unter sich blieben. Und die Mutter bescheinigt seither, dass lebendige Tiere unterm Christbaum keine so tolle Idee sind. (chz/lö)

Mitmachen und Geschichte einschicken

Haben Sie schon ähnlich turbulente Bescherungen erlebt? Schildern Sie uns Ihre lustigsten, skurrilsten, spannendsten oder bangsten Momente beim Schenken und Beschenktwerden - gerne auch mit Bild. Schicken Sie uns eine E-Mail an red.rodgau@op-online.de oder ein Fax, 06106 3541, oder besuchen Sie uns auf unserer Facebook-Seite „Offenbach-Post Rodgau & Rödermark“.

Quelle: op-online.de

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