Handfestes zum Start

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Zuckerwatte – flüssiger Zucker zu ganz zarten Fäden gesponnen und aufgewickelt – darf auf keinem Kerbplatz fehlen, steht sie doch sinnbildlich für die süßen Freuden der Kirchweih.

Ober-Roden (chz) - Das zweite Rödermärker Kerb-Highlight im September ist da: Noch bis heute Abend lädt die Ober-Röder Kirchweih ins Herzstück des Ortsteils ein.

Dem Kerbausgraben im „Dinjerhof“ zu den Klängen der Band „Old4Young“ war eine Premiere vorausgegangen. Am Bier-Stand des (überwiegend aus Ministranten hervorgegangen) Après-Ski-Komitees stach Pfarrer Elmar Jung sein erstes Fass an.

Eine Neuerung gab‘s beim Anstich des Kerbbieres auf dem Marktplatz: kein schwerer Hammer, sondern einfach ein kräftiger Schlag mit der flachen Hand von Bürgermeister Roland Kern und der Gerstensaft lief. 

Beim samstäglichen Kirchweih-Gottesdienst gingen die Neuerungen weiter. Den traditionellen Fragen „Wem ist die Kerb?“ und „Wann ist die Kerb?“ beim Kerbschwur folgte diesmal noch eine weitere: „Warum ist die Kerb?“ Die Antwort der Kerbburschen kam umgehend im Chor: „...weil die Kerch Geburtstag hat!“ Damit war einmal mehr deutlich, dass das Fest religiöse Wurzeln hat.

Eine Neuerung gab‘s auch am Kerbwald hinter der TG. Dort zeugt jetzt eine Tafel von den Spendern der Quetschebäum’, die jedes Jahr hier gepflanzt werden – diesmal für Max, den Sohn vom mehrmaligen Kerbborsch und Kerbvadder Thomas Wolf und Kathrin Stock.

Fotos von der Kerb

Kerb in Ober-Roden

Schwerer als erwartet und absolut störrisch war der Ober-Röder Kerbbaum.


Ein paar Anläufe benötigte das Setzen des etwa 14 Meter hohen Kerbbaums auf dem Marktplatz, der sich schwerer als erwartet erwies – sogar das Stadtoberhaupt mit einer Krücke und ein Mitglied der Urberacher (!) Kerbkommission mittels einer Klappbank gaben der Birke den letzten Schwung.

Handfest ging es auch beim Bieranstich weiter – ein Schlag mit der Hand von Bürgermeister Roland Kern auf den Zapfhahn reichte, um nur wenige Stunden nach dem Münchner Oktoberfest auch in Ober-Roden das Freibier zum Laufen zu bringen. Dazu spendierten die Kerbborsche blecheweise kostenlosen Quetschekuche.

Relativ ruhig verlief die Kerb in den Zelten von Germania und TG. Mit Countrymusik live am Freitag und passenden Scheiben verschiedener DJs wurden die etwas älteren Gäste in Schwung gebracht, während die Jugend traditionell rund um den Autoscooter Freunde traf.

Schlechtes Benehmen von meist alkoholisierten Kerbbesuchern

Heute öffnen Stände, Fahrgeschäfte und Vereinszelte ab 11 Uhr zum Frühschoppen. Geschlossen bleibt dagegen das Rathaus.

Mit dabei und auch mal mit einer großen Tüte Popcorn erwischt: zwei Beamte der Dietzenbacher Polizei, unauffällig, aber mit wachen Augen stets präsent - natürlich nur, solange kein Einsatz sie per Funkgerät zu Dringenderem wegbeorderte. Die Nachmittage waren ruhig, die späten Abende auch hier teilweise geprägt vom schlechtem Benehmen zumeist alkoholisierter Kerbbesucher.

Gut meinte es der Wettergott mit der Kerb. Für die Nachtwandler war‘s zwar recht frisch, sodass viele Besucher doch eher in die Zelte drängten oder sich am warmen Feuer in der Pfarrgasse trafen, doch es war weitgehend trocken. Dennoch blieb die Besucherzahl zwischen Rathaus und Marktplatz zumindest bis in die frühe Nacht eher unter dem Schnitt früherer Jahre.

Quelle: op-online.de

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