Handlich, aber selten praktisch

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„Lassen Sie sich ein benutzerfreundlicheres Handy schenken!“ Das riet Christian Fischer, Jahrespraktikant der städtischen Jugendpflege, den Senioren. Etliche ihrer Geräte hatten so viel technischen Schnickschnack, dass sie sich nur in zweiter Linie zum Telefonieren eignen.

Ober-Roden - (chz) Der Generationensommer 2009 der Stadt nimmt Fahrt auf - im Jugendzentrum Ober-Roden gab es eine Nachhilfestunde für ältere Menschen rund ums Handy.

GPS, MP3, I-Pod und was sonst noch alles so an Technik ausgeschrieben war, kamen dabei noch gar nicht zur Sprache - Fragen zur grundlegenden Bedienung eines Mobiltelefons und zum Umgang mit SMS-Kurznachrichten füllte die Übungsstunde restlos aus.

Der Informationsbedarf war groß: „Wie funktioniert T9?“, „Wie kann ich das jetzt löschen?“ „Wo kann ich ablesen, wie viel Guthaben ich noch habe?“ Sieben Damen und ein Herr warteten auf den guten Rat von Christian Fischer, derzeit Jahrespraktikant bei der städtischen Jugendarbeit und von Jugendpfleger Andreas Jacobsen für eine Handy-Nachhilfestunde angeheuert.

Sieben der Ratsuchenden hatten ihr eigenes Gerät und viele seiner Macken dabei, eine der Seniorinnen wollte sich einfach nur mal informieren: „Aber jetzt weiß ich, was ich mir zu meinem 80. Geburtstag im nächsten Monat wünsche“, strahlte Barbara Jost ganz glücklich nach einer Stunde Erfahrungsaustausch, „meine Tochter sagt immer: du kannst das noch, du schaffst das schon - jetzt glaube ich es auch!“

Stolz war auch Rosi Bittner, die von einer Freundin auf die Nachhilfestunde aufmerksam gemacht worden war, weil sie öfters mit ihrem Handy haderte: „Jetzt schreibe ich ihr als allererstes gleich eine SMS!“ Andere waren weniger selbstbewusst: „Schreiben Sie lieber nichts von mir, sonst meinen alle, die ist ja blöd!“ - eine Reaktion, die keineswegs zutrifft, denn auch Christian Fischer stand ebenso wie der Leiter der Seniorenarbeit, Wolfgang Geiken-Weigt, manchem der mitgebrachten handlichen kleinen Teile erst einmal kopfschüttelnd gegenüber.

Es gibt Marken wie etwa Nokia, die sind ausgesprochen benutzerfreundlich, und dann gibt es das Gegenteil“, erklärte Fischer. Die besonders kleinen Schiebe- oder Klapphandys sind chic, aber äußerlich schwer zu bedienen und in ihrer Menüführung alles andere als logisch aufgebaut, sodass der junge Mann mehrfach aus tiefstem Herzen den Rat weitergab: „Lassen Sie sich ein anderes Gerät schenken!“

Seniorengerechte Handys sind mittlerweile ab etwa 80 Euro zu bekommen, und wer gar nicht weiterweiß, kann sich in Frankfurt in der Berger Straße 252 bei „Senio“ beraten lassen, einem Fachgeschäft für Senioren.

Lust auf mehr machten die befreienden Erleuchtungen bei der Beschäftigung mit dem eigenen Handy manchen Damen. Sie ließen sich gleich noch den Termin der wöchentlichen Übungsstunde rund um den Computer verraten: immer dienstags von 14 Uhr bis 15.30 Uhr, und einige wenige Arbeitsplätze sind auch noch frei.

Quelle: op-online.de

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