Harmonie vor grüner Kulisse

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Bestens gelaunt unterschrieben die Parteivorsitzenden Patricia Lips (CDU) und Eckhard von der Lühe (AL) auf der Bulau den Koalitionsvertrag und tauschten die Urkunden aus.

Urberach - Rödermark ist die erste Kommune im Kreis mit einer schwarz-grünen Parlamentsmehrheit. Von Michael Löw

CDU und Andere Liste (AL) unterzeichneten gestern Nachmittag den 19-seitigen Koalitionsvertrag, in dem „Ökonomie, Ökologie und soziale Gerechtigkeit keine Gegensätze mehr sein sollen“.

„Wir haben Wege aus der schwierigen Vergangenheit heraus gefunden“, erklärten die Parteivorsitzenden Patricia Lips (CDU) und Eckhard von der Lühe (AL) in demonstrativer Herzlichkeit. Strittige Themen wie den Städtebau oder die Wirtschaftsförderung haben die neuen Bündnispartner nicht um des Friedens Willen ausgeklammert, sondern in acht Wochen Verhandlung zu Kompromissen gemacht.

Inhalte zuerst lautete die Devise. Die Wirtschaftsförderung kehrt zurück ins Rathaus (Wir berichteten gestern). „Wenn Sie keine Mehrheit mehr haben, beginnt Politik mit Blick auf die Realität“, gab Lips den Kampf ums IC, für das die CDU bis zum 27. März erbittert gefochten hatte, verloren. Die Wirtschaftsförderung soll sich verstärkt um die Ansiedlung von Firmen kümmern, die für die Energiewende stehen. Rödermark soll zu einem Kompetenzzentrum Klimaschutz werden - nicht zuletzt, weil der sich auch in Euro und Cent rechnet.

Auch der zweite Schwerpunkt trägt eher grüne Handschrift, obwohl sich beide Parteien schon lange angenähert haben. In Rödermark wird es auf absehbare Zeit keine neuen Baugebiete am Ortsrand mehr geben. Die Koalitionäre wollen die Stadt von innen heraus entwickeln: Betreutes Wohnen auch auf dem Festplatz Ober-Roden, Mehrgenerationenhaus in der Kapellenstraße, Sanierung von Ober-Rodens Mitte bis zur Mainzer Straße, Revitalisierung des ehemaligen City-Hotels in Urberach.

„Es hat keine Kämpfe gegeben“, fasste Patricia Lips die Gespräche der früheren Dauerrivalen zusammen. Jeder habe „seine besonderen Akzente setzen können“.

So erhält die CDU das Vorschlagsrecht für den Posten des Ersten Stadtrats, wenn im Juni 2013 die zweite Amtszeit von Alexander Sturm endet. Im Gegenzug stellt die AL dann den Parlamentsvorsteher. „Es gibt keine personellen Festlegungen“, versicherten von der Lühe und Lips. Gedankenspiele, dass Stadtverordnetenvorsteher Jörg Rotter (CDU) Nachfolger Sturms und die AL-Parlamentarierin Katharina Rickert Nachfolgerin Rotters werden könnte, bezeichneten sie als Spekulationen.

Quelle: op-online.de

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