Hausgemachte Satire

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Zehn Jahre vergnügen die MurXXbrothers das Publikum weit über Ober-Roden hinaus schon, nun auch mit einem sympathischen neuen Bruder: Schlagzeuger Christian Zimmermann, hier noch im grünen T-Shirt des „Neuen“.

Ober-Roden (chz) ‐ Die große Bühne der TS-Halle statt des Jazzkellers und die grandiose Showtreppe in Gestalt einer kleinen Küchentrittleiter machten es deutlich: die MurXXbrothers feierten ihren zehnten Geburtstag, und sie taten dazu etwas Neues.

Statt ausschließlich neuer Beiträge blickten sie auch musikalisch zurück und gaben neben brandaktuellen Spitzen auch Highlights dem Programm der letzten zehn Jahre zum Besten.

Zunächst vermissten Akteure wie Zuschauer wohl die Bühnennähe und gemütliche Enge des Jazzkellers, und auch der mitgebrachte Vorhang und ein guter Einstiegsgag mit Bürgermeister Roland Kern als Statisten änderte an der Aufwärmphase wenig. Bald war aber dank der Qualität des Programms und der mitreißenden Komik der Akteure die gewohnte Nähe wieder da.

Bahnschranke nach wie vor brandaktuell

Immer näher pirschten sich die Kabarettisten mit ihren Gags an Rödermark heran, von globaler Sozialkritik und Parteisatire über Kulturpersiflage bis zur TV-Kritik, bis sie endlich im Herzen Ober-Rodens angekommen waren und die Zuschauer erkannten, dass nach zehn Jahren MurXXbrothers manche Probleme einfach immer noch brandaktuell sind. Zum Beispiel die Bahnschranke, inzwischen höchstens noch getoppt vom neuen Kreisel. Nun wissen die Gäste auch, warum in Ober-Roden so viele Allradautos herumfahren: der Zustand der Forststraße ist schuld daran, und auch das seit Jahren!

Zehn Jahre MurXXbrothers, das heißt zehn Jahre geschliffener und trotzdem bodenständiger Humor, dessen Erfolg nicht nur den Gags, sondern der zirkusreifen Mimik und Gestik und tollem Gesang zu verdanken ist. Das heißt auch viele vergnügliche Abende mit Gerd Weber, Holger Groh, Klaus Auth, Tommi Tunker und Wolfgang Pfeiffer und all ihren verschiedenen Begabungen, dazu Obertechniker Werner Groh und Mike Köhl, examinierter Vorhangzieher und Mädchen für alles sowie die zahllosen Familienmitglieder und Freunde, die rund um die Bühne und in der Gastronomie mithelfen. Und auch Schlagzeuger Christian Zimmermann, bis jetzt immer noch im grünen T-Shirt „Der Neue“ so quasi als Pflegebruder auf der Bühne, wurde zum Abschluss mit viel Applaus und dem roten „MurXX“-T-Shirt definitiv als neuer MurXXbrother adoptiert. Das Publikum dankte mit tosendem Beifall und ließ die Truppe selbstverständlich nicht ohne die Ohrwürmer und optischen Renner vom schwulen Frisör und dem ACDC-Renner „Highway to Hell“ von der Bühne: „Erst uff em Haamwesch werds hell!“

Quelle: op-online.de

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