Fortschritt unterm Rettungsschirm

Rödermark - Das Defizit schrumpft schneller als geplant. Die Grundstücksgeschäfte bringen mehr als zwei Millionen Euro.

Die Finanzen entwickeln sich besser als gedacht: Die Stadt reduzierte ihr Haushaltsdefizit 2013 um 1,4 Millionen Euro; wenn sie den Erlös aus Grundstücksverkäufen dazu rechnet sogar um 3,5 Millionen. Euro. Und auch die Zahlen aus dem ersten Quartal 2014 stimmen Bürgermeister Roland Kern vorsichtig optimistisch.

„Wir kommen unter dem Schutzschirm des Landes gut voran“, sagte Bürgermeister Roland Kern, der im Juli 2013 die Kämmerei übernommen hat, gestern in der Magistratspressekonferenz. 7,4 Millionen Euro Miese hatte sein Vorgänger Alexander Sturm für den Haushalt 2013 einkalkuliert, tatsächlich machte die Stadt voriges Jahr aber nur 5,99 beziehungsweise 3,91 Millionen Euro Miese.

Wie erklären sich diese doch weit auseinander liegenden Zahlen? Im so genannten „ordentlichen Haushalt“ - der ist für das Land maßgeblich - verbesserte die Stadt ihr Ergebnis um 1,4 Millionen Euro. Damit hat sie die Sparvorgaben des Schutzschirm-Vertrags erfüllt.

Noch besser sehen die Zahlen des „außerordentlichen Haushalts“ aus. In den darf eine Kommune auch ihre Grundstücksgeschäfte einrechnen. Rödermark verkaufte voriges Jahr - überwiegend in den Urberacher „Rennwiesen“ - Bauplätze im Wert von mehr als zwei Millionen Euro. Außerdem hat die Verwaltung 823.000 Euro weniger an Sachkosten ausgegeben und die Kämmerei 821.000 Euro Zinsen gespart. Macht abzüglich 125.000 Euro „außerordentlicher“ Ausgaben besagte 3,5 Millionen Euro weniger Defizit.

Einkommenssteuer auf Rekordniveau

Nach dem vorläufigen Jahresabschluss, den der Leiter der Finanzverwaltung, Arne Breustedt, gestern erläuterte, schrumpfte das Defizit 2013 also auf 3,92 Millionen Euro. 2012 klaffte zwischen Einnahmen und Ausgaben noch eine Lücke von 7,95 Millionen Euro, 2010 sogar von 8,1 Millionen Euro.

Im Februar hatte die Stadtverordnetenversammlung den Haushalt 2014 mit einem Defizit von 5,8 Millionen Euro beschlossen. Kern und Breustedt gehen davon aus, dass Rödermark auch dieses Jahr besser abschneidet als befürchtet. Die Einkommensteuer lag hessenweit in den ersten drei Monaten auf Rekordniveau, sagte Breustedt. So etwas schlägt normalerweise bis nach unten auf die Kommunen durch. Kern geht aber auch im laufenden Jahr von guten Grundstücksgeschäften aus. Allein der Verkauf von 4 600 Quadratmetern Bauland in der Odenwaldstraße bringe bis zu 1,3 Millionen Euro.

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Der Regierungspräsident jedenfalls hat den Haushalt 2014 in allen Teilen, also inklusive des Defizits von 5,8 Millionen Euro, genehmigt. Rödermark habe nur die Auflagen bekommen, die alle Rettungsschirm-Städte erfüllen müssen: Kredite für Investitionen müssen einzeln genehmigt werden; Straßensanierungen sind nur dann möglich, wenn sich die Stadt das Geld über Beiträge von den Bürgern zurückholt. „Wir arbeiten an einer solchen Satzung“, kündigte Kern an. Was die Bürger zahlen müssen, steht noch nicht fest.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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