Heißer Claus wärmt die Besucher

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Ihren Spaß hatten die Kinder auch ohne Glühwein und Heißen Claus. Schnee und die Gesellschaft mit anderen reichten völlig.

Urberach ‐ „Euer Baum war größer, aber unser Markt ist schöner!“ Dem liebevollen Frotzeln zwischen Urberachern und Ober-Rödern konnten die Zugereisten beim Urberacher Nikolausmarkt zumindest so weit zustimmen, dass die Urberacher in kürzester Zeit einen heimeligen Nikolausmarkt auf die Beine gestellt hatten, nachdem er wenige Wochen zuvor noch mangels Mitarbeitern auf der Kippe gestanden hatte. Von Christine Ziesecke

Doch dann hatten sich KSV Urberach und die Urberacher Pfadfinder angeboten, den Gewerbevereinsvorsitzenden Manfred Rädlein bei der Rettung des tradierten Marktes zu unterstützen. So entstand wieder eine kuschelige Flaniermeile zwischen Kelterscheune und Galluskirche.

„Der Ortskern hat sich richtig weihnachtlich herausgeputzt“, freute sich Bürgermeister Roland Kern, als er gemeinsam mit fast allen Bürgermeisterkandidaten, mit Stadtverordnetenvorsteherin Maria Becht und vielen Größen aus Politik, Wirtschaft und Vereinen symbolisch den kleinen geschmückten Baum auf der Bühne beleuchtete.

Statt Santa Claus kam diesmal zur Überraschung aller ein historisch gewandeter Bischof St. Nikolaus samt Engel in einer zweispännigen alten Kutsche vorgefahren. Er ließ von seinem geflügelten Begleiter Süßes unter den Kindern verteilen und entzückte alle Fotografen. Die zahlreichen Pferdeäpfel wurden umgehend vom Pfadfinderchef aufgelesen.

Manfred Rädlein dankte vor allem dem KSV-Vorsitzenden Werner Popp und den Pfadfindern, die ihn kurzfristig kräftig unterstützt hatten: „Nächstes Jahr wird sich der Gewerbeverein ganz aus dem Nikolausmarkt herausziehen und nur noch am Telefon mit Rat zur Seite stehen. Der KSV und die Pfadfinder werden den Markt ganz unter ihre Fittiche nehmen. Der neue Chef wird Werner Popp sein.“ Der so in Amt und Würden Gekommene ruderte im Gespräch rasch zurück und bestätigte nur, dass einige Leute, vornehmlich aus der Karnevalsabteilung des KSV, den Markt gemeinsam mit den Pfadfindern organisieren werden: „Nächstes Jahr wird der Markt 30 Jahre alt – da wäre es doch schade, wenn er ganz von der Bildfläche verschwindet.“ Christoph Schulmeyer fasste den Nikolausmarkt 2010 zusammen: „Wir freuen uns, dass wir in der Kürze der Zeit doch noch so viel auf die Beine stellen konnten.“

Bei den Pfadfindern vor der Kirche St. Gallus loderte derweil das wärmende Feuer, konnte das Gewicht des riesigen gestifteten Schoko-Nikolauses geschätzt werden und frische Crêpes oder Chili verspeist werden. Eine wohlschmeckende Novität auf dem Markt waren die „brasilianischen Lollies“: Spieße mit Käse- und Salamiwürfeln in herzhaftem Waffelteigmantel. Sie wurden in einem speziellen Waffeleisen gebacken, das Alfred Röder vor vielen Jahren direkt aus Brasilien mitgebracht hatte. Das Ganze war preiswert und noch für einen guten Zweck wie die meisten Erlöse der Pfadfinder, zugunsten des Rödermärker Brotkorbs. In der Kirche gab‘s Krippen zu bewundern, vor der Kirche schenkten die Fastnachter des KSV Urberach literweise Glühwein aus dem Kessel aus und lockte mit leckerem Essen.

Kein Mangel an Speis und Trank herrschte auf dem ganzen Markt. Frischer Spießbraten, Kartoffelpuffer oder Presskopfbrötchen war ebenso üppig im Angebot wie heißer Met oder „Heißer Claus“, ein hochprozentiges lebkuchenparfümiertes Milchgetränk.

Am Sonntag schlossen sich zahlreiche Geschäfte im Ortskern dem Nikolausmarkt an und lockten mit Adventsangeboten. Für Kinder war in der Kelterscheune gesorgt, und der Frauenchor der Frohsinnchöre, die Orchester des Musikvereins 06 Urberach, der Kirchenchor Cäcilia und der Posaunenchor der Petrusgemeinde rundeten das vorweihnachtliche Marktgeschehen musikalisch ab.

Quelle: op-online.de

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