Helene-Lange-Schule

Förderschule muss schließen

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Die Helene-Lange-Schule schließt. Schon sucht die Schulleitung Kaufinteressenten für den Stahlcontainer des Fördervereins (links im Bild).

Urberach - Möglichst viele Schulkinder mit Förderbedarf sollen Plätze in herkömmlichen Regelschulen bekommen. Stichwort: Inklusion. Das verändert die Bildungslandschaft.

Der Kreis Offenbach als Schulträger senkt die Zahl der Förderschulen, weil die Schulkinder in Regelschulen gehen können. Geschlossen wird zum 31. Juli 2014 die Helene-Lange-Schule in Urberach. Und die Friedrich-Fröbel-Schule in Neu-Isenburg bildet keine neuen Klassen mehr. Schulleitung, Eltern, Vertreter der Stadt, des Kreises und des Landesschulamts haben am Dienstag in Gesprächsrunden bis in den Abend hinein besprochen, wie es nach dem nächsten Sommer für die 45 Kinder und Jugendlichen im Alter von sieben bis 18 Jahren und 15 Lehrer der Helene-Lange-Schule weitergehen könnte.

Von fünf Förderschulen im Kreis bleiben nur noch drei Schulen mit Förderschwerpunkt Lernen: die Helen-Keller-Schule in Dietzenbach, die Don-Bosco-Schule im Seligenstädter Stadtteil Klein-Welzheim und die Sprendlinger Georg-Büchner-Schule. In diese drei Schulen können Kinder aus der Helene-Lange-Schule wechseln, sofern sie nicht in eine Regelschule gehen. Diese drei Schulen, die einen berufsorientierten Abschluss anbieten, übernehmen die Arbeit der Lange-Schule als regionales sonderpädagogisches Beratungs- und Förderzentrum. Die Schulbezirksgrenzen werden neu gezogen. Helene-Lange-Schüler aus Nieder-Roden und Ober-Roden können in die Helen-Keller-Schule nach Dietzenbach, Dudenhöfer Kinder bleibt der Weg nach Klein-Welzheim und Urberacher Kinder gehen an die Sprendlinger Georg-Büchner-Schule.

„Es bestehen viele Ängste und Unsicherheiten bei Schülern und Eltern“, beschreibt Förderschulrektorin Heike Huck die Lage. In Einzelgesprächen würden nun die Wünsche der Beteiligten ausgelotet. Huck, die seit 2005 die Helene-Lange-Schule leitet, ist nach den Dienstag-Gesprächen „angetan von der Unterstützung durch den Schulträger, die Stadt und das Schulamt“. Es bestehe der feste Wille, den Übergang so sanft wie möglich zu gestalten. Sie selbst werde weiterhin an einer Förderschule arbeiten. Es bestehe die Zusage, dass „frei werdende Lehrerstellen der Inklusion dienen sollen. Von daher hoffen wir, dass wir unsere Kompetenzen, die wir erworben haben, auch in die inklusive Bildung einbringen können“.

Prominente Sitzenbleiber

Prominente Sitzenbleiber

Eine Vereinbarung mit dem Land Hessen über die Ausgestaltung der inklusiven Bildung in der „Modellregion Kreis Offenbach“ legt fest, dass die Schließung von Förderschulen zunächst keine Auswirkungen auf die Zahl der Lehrerstellen hat. Es heißt, die bisherigen Lehrer sollten den inklusiven Unterricht an den Regelschulen unterstützen. Das geschieht derzeit schon in vielen Fällen. Die 1979 gegründete Helene-Lange-Schule dient nach Schulschluss Rödermärker Vereinen, insbesondere die Turnhalle. KSV und MTV bieten dort Judo an. Das Netzwerk Integration und die Jugendarbeit fühlen sich zuhause. Auch findet Türkischunterricht statt. Was passiert mit diesen Angeboten? Bürgermeister Roland Kern ist dort nicht Hausherr. Das ist der Kreis Offenbach als Schulträger. Eine Kreissprecherin sagte gestern, es sei noch offen, was mit dem Schulgebäude geschehe. Haus und Grundstück gehören dem Kreis Offenbach.

(bp)

Quelle: op-online.de

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