Helene-Lange-Schule

Ein Schnäppchen mit Folgekosten

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Der Kreis braucht die Helene-Lange-Schule nicht mehr für die Förderung von lernbehinderten Kindern und Jugendlichen. Er bietet sie der Stadt zur Pacht an.

Urberach - Ein Euro Pacht im Jahr - das klingt schon fast zu billig. Zu diesem allenfalls symbolischen Preis will der Kreis die Helene-Lange-Lernhilfeschule der Stadt überlassen.

Die müsste nur den laufenden Betrieb bezahlen und hat schon jede Menge Idee für Klassensäle, Sporthalle und Pausenhof. Ende Juli gibt der Kreis die Helene-Lange-Schule auf. Die 45 Kinder und Jugendlichen mit Lernbehinderungen sollen möglichst in Regelschulen unterrichtet werden („Inklusion“) oder an andere Förderschulen wechseln. Ende März erklärte Landrat Oliver Quilling, dass der Kreis das 6 700 Quadratmeter große Gelände nicht mehr benötigt, und bot es Bürgermeister Roland Kern für einen Euro Pacht pro Jahr plus Nebenkosten an. Die bezifferte Kordula Egenolf, die Sprecherin des Kreises, gestern mit knapp 100.000 Euro per anno. Dieser Wert gelte aber nur für den typischen Schulbetrieb, könne bei anderer Verwendung also abweichen.

Der Magistrat steht dem Angebot, das 20 Jahre gilt, grundsätzlich positiv gegenüber, teilte Kern mit. Die städtische Fachabteilung Kinder, Jugend und Senioren hat eine ganze Reihe von Vorschlägen für die Nutzung gemacht:

  • Behelfsquartier für Kindertagesstätten wie die im Taubhaus oder Motzenbruch, die ganz oder teilweise renoviert werden müssen
  • neuer Standort für den sanierungsbedürftigen U3-Kindergarten in der Lessingstraße
  • Ersatz für die bisher im Haus am Mühlengrund untergebrachte Wohnung der Kindertagespflege. Die würde dann frei für die Unterbringung von Flüchtlingen
  • mittelfristig als Standort neuer U3- und anderer Kindergärten
  • Fortführung und Ausbau der Hausaufgabenhilfe
  • verstärkte Nutzung der Sporthalle durch die Vereine
  • Mitternachtssport der offenen Jugendarbeit
  • öffentliche Spielfläche für das benachbarte Baugebiet „An den Rennwiesen“

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„Dies ist nur eine erste Stoffsammlung“, sagt Bürgermeister Kern. Der Magistrat sei für weitere Vorschläge offen. Spätestens am 26. Mai will er eine Vorlage für die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 17. Juni beschließen. Der Kreistag könnte in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause am 16. Juli grünes Licht für das Pachtgeschäft geben. Die Helene-Lange-Schule, 1979 als Sonderschule unterm Dach der heutigen Nell-Breuning-Schule eröffnet, befindet sich seit knapp 20 Jahren in der Nikolaus-Schwarzkopf-Straße. Nach Unterrichtsschluss wird die Turnhalle schon lange vom KSV fürs Judotraining genutzt.

Quelle: op-online.de

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