Seit 27 Jahren die Herren der Halle

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Helmut Kipp und Alfons Weber sind ein Gespann, wie man es nur noch selten findet. Im Zwei-Schicht-Betrieb hält das Hausmeisterduo Alfons Weber (links) und Helmut Kipp von 7 bis 23 Uhr in der Sporthalle die Stellung.

Ober-Roden - Die städtische Sporthalle in der Kapellenstraße ist ohne Helmut Kipp und Alfons Weber nur sehr schwer vorstellbar. Schließlich tut das Hausmeisterduo seit den Anfängen dort Dienst. Von Sascha Eyßen 

Helmut Kipp trat seinen bereits gut zwei Monate vor der feierlichen Eröffnung an, die am 22. Juni 1986 über die Bühne ging. Alfons Weber folgte im Februar 1987. „Bis dahin hatten sich bei mir über 700 Überstunden angesammelt“, nennt Kipp den Grund, warum der Magistrat damals eine zweite Stelle ausgeschrieben hatte. 27 Jahre später sind Kipp und Weber immer noch da. Rund eine Million Menschen dürften mittlerweile in der Halle ein- und ausgegangen sein, haben sie ausgerechnet. „Wenn nicht gerade Ferien sind, dann haben wir an sieben Tagen in der Woche Betrieb“, berichtet Alfons Weber. Die Halle wird bekanntlich nicht nur von den Vereinen in Beschlag genommen, auch der Sportunterricht der benachbarten Nell-Breuning-Halle wird dort abgewickelt.

Durch die Sanierung der Halle Urberach und dem Ausweichen vieler Vereine nach Ober-Roden hat der Arbeitsaufwand noch einmal zugenommen. Trotz seines mittlerweile fortgeschrittenen Alters bekommt der Bau von Sportlern und Zuschauern immer noch gute Noten. „Da arbeiten wir aber auch permanent dran. Wenn man ein Haus hat, muss man für die Werterhaltung ja auch auch ständig was tun“, sagt Helmut Kipp. Täglich werden Halle und Umkleidekabinen sauber gemacht, montags steht immer die große Grundreinigung an. Kleinere Reparaturen erledigen die Hausmeister selbst. 90 Prozent der Sportgeräte stammen noch aus der Erstausstattung der Halle. Außerdem sind Weber und Kipp für den Außenbereich zuständig, sie übernehmen den Schließdienst in der Nell-Breuning-Halle und betreuen auch das Kinderhaus „Unter dem Regenbogen.“

Mehr Verschmutzung und Unvernunft als früher

Im Arbeitsalltag geht es harmonisch zu. „Wir haben uns immer super verstanden“, erklären Helmut Kipp und Alfons Weber übereinstimmend. Das Team Kipp/Weber gibt es in der Sporthalle Ober-Roden übrigens gleich in doppelter Hinsicht. Helmut Kipps Ehefrau Anna kümmert sich seit April 1987 um die Reinigung der Halle. Ist sie einmal verhindert, dann steht Alfons Webers Frau Sieglinde als Vertretung bereit. Dass „ihre“ Halle im Kreisvergleich gut in Schuss ist, wird den Hausmeistern auch immer wieder von Sportlern bestätigt, die andere Hallen in der Umgebung kennen. Diese Vergleiche sind auch deshalb reizvoll, weil vor knapp 30 Jahren im Kreis zeitgleich fünf gleiche Hallen gebaut wurden. Da ist die Sporthalle Ober-Roden eine davon.

Die Frühschicht unter der Woche geht von 7 bis 13.30 Uhr, die Spätschicht von 13 bis etwa 23 Uhr. Wer jeweils mit der Frühschicht dran ist, übernimmt den Wochenenddienst. Alfons Weber und Helmut Kipp ärgern sich immer wieder, weil die Verschmutzung und die Unvernunft in den vergangenen Jahren insgesamt zugenommen habe. Während die Hausmeister jeglichem Dreck in der Halle entgegenwirken können, gilt das für draußen nur bedingt. Den nächtlichen Besuchern, die beispielsweise immer wieder vor der Halle Flaschen zerdeppern, ist nur schwer beizukommen.

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Das Positive überwiege in ihrem Job dennoch deutlich, sagen Kipp und Weber. „Die Arbeit macht Spaß und ist sehr abwechslungsreich“, meint Helmut Kipp. Reizvoll ist für beide, dass sie es mit vielen unterschiedlichen Sportarten zu tun bekommen, aktuell etwa die Oberligaspiele der Volleyballer vom VCOR. Als frühere Handballer erinnern sich die Hausmeister, die einst gemeinsam für die TG spielten, gern an das Eröffnungsspiel der Halle, als der TV Großwallstadt in Ober-Roden gastierte. Als in den achtziger Jahren die TG-Handballer für Furore sorgten und in den DHB-Pokal einzogen, waren die 450 Sitzplätze ebenfalls alle besetzt. Das galt in den früheren Jahren auch für das Germania-A-Junioren-Turnier, als unter anderem der spätere Bundestrainer Michael Skibbe, damals Trainer der A-Jugend von Borussia Dortmund, zu einem Plausch im Hausmeisterraum vorbei schaute und sich die heutigen Weltmeister Lukas Podolski und Philipp Lahm nebenan in der Kabine auf ihre Einsätze vorbereiteten.

Quelle: op-online.de

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