Lips verliert in Rödermark 11,7 Prozent

Herbe Verluste in Hochburgen

Rödermark - Die Urberacher CDU-Bundestagsabgeordnete Patricia Lips wurde erneut direkt gewählt, die Wahlbeteiligung lag in Rödermark deutlich über dem Bundesdurchschnitt, das AfD-Ergebnis ein ganzes Stück darunter. Von Michael Löw

Patricia Lips hat ihr Direktmandat im Wahlkreis 187 verteidigt. In ihrer Heimatstadt Rödermark büßte sie aber fast zwölf Prozentpunkte an Zustimmung ein.

Das sind aus lokaler Sicht die wichtigsten Ergebnisse der Bundestagswahl. 15.641 von 19.302 stimmberechtigten Rödermärkern haben bei der Bundestagswahl ihr Kreuzchen gemacht. Das entspricht einer Beteiligung von 81 Prozent - 4,5 Prozentpunkte mehr als im Rest der Republik. Von der hohen Wahlbeteiligung hat nicht wie befürchtet die AfD profitiert. Die steigerte zwar ihr 2013er Zweitstimmenergebnis (6,0 Prozent) auf 10,8 Prozent. Doch dieser Wert liegt weit unter den 13 Prozent, die die AfD insgesamt holte.

Wäre Rödermark die Bundesrepublik Deutschland, könnte Kanzlerin Merkel wahrscheinlich mit ihrem Wunschpartner FDP regieren: Die CDU kam auf 36 Prozent, die FDP auf 13,4 Prozent. Diese 49,4 Prozent würden nach der komplizierten Wahl-Mathematik für eine knappe Mehrheit reichen. Die Urberacher CDU-Bundestagsabgeordnete Patricia Lips hat ihr Direktmandat im Wahlkreis 187 gegen den SPD-Konkurrenten Dr. Jens Zimmermann verteidigt. In den rund 30 Städten des Odenwalds und der Kreise Offenbach beziehungsweise Darmstadt/Dieburg bekam Lips 36,1 Prozent (Zimmermann: 29 Prozent). Jens Zimmermann verlor im Wahlkreis 4,6 Prozentpunkte, Patricia Lips 10,8 Prozentpunkte.

Noch deutlicher fiel der Verlust in ihrer Heimatstadt aus. Hier bekam die 53-Jährige 42,7 Prozent (2013: 54,4 Prozent) - das entspricht einem satten Minus von 11,7 Prozentpunkten. Die alte und neue Wahlkreisabgeordnete führt das auf die „Verschiebungen, die es überall zu Ungunsten der CDU gab“, zurück. Mit dem Streit innerhalb der Rödermärker Christdemokraten nach der verlorenen Bürgermeisterwahl, der in ihrem Rücktritt als Parteivorsitzende gipfelte, hat das Ergebnis nach Ansicht von Patricia Lips nichts zu tun. Die Verluste in den anderen CDU-Hochburgen des Wahlkreises wie Seligenstadt, Mainhausen oder Hainburg waren ähnlich hoch.

Patricia Lips forderte im Gespräch mit unserer Zeitung den CDU-Bundesvorstand zu einer realistischen Einschätzung des Ergebnisses auf. „Dieser Satz ist zu kurz gesprochen“, sagte sie und meinte die am Sonntagabend von allen Parteioberen nahezu gebetsmühlenartig wiederholte Aussage, die CDU sei stärkte Partei und gegen sie gebe es keine Regierung. (lö)

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Quelle: op-online.de

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