Zwölf von 67 Rödermärkern kamen zur Einbürgerungsfeier in die Kelterscheune

Herzlich willkommen!

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Am 60. Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland feierten sie ihren neuen deutschen Pass. Stadtverordnetenvorsteherin Maria Becht (Zweite von links), Bürgermeister Roland Kern (Dritter von links) und Carsten Müller (neben Kern) als Vertreter des Kreises Offenbach begrüßten die „Neuen“.

Urberach - (chz) Mit herzlichen Worten von Stadtverordnetenvorsteherin Maria Becht und Bürgermeister Roland Kern wurden am Abend des historischen 23. Mai, des 60. Geburtstags der Bundesrepublik, in der Kelterscheune zwölf Rödermärker als neue Bundesbürger begrüßt.

Sie standen stellvertretend für jene 67 Menschen, die alle im vergangenen Jahr in Rödermark einen deutschen Pass erhalten haben. Unter ihnen war auch die 30-jährige Marokkanerin Nassira Azdad mit ihren Töchtern Salma, knapp zwei Jahre alt, und der dreijährigen Sakkina. 1992 kam sie als Dreizehnjährige mit ihren Eltern nach Deutschland. Ihr Vater hatte damals schon mehr als 20 Jahre hier gearbeitet; nun zog die Familie nach Düsseldorf, später nach Mainz.

Seit 2005 lebt Nassira Azdad mit ihrem ebenfalls aus Marokko stammenden Lebensgefährten, der die deutsche Staatsbürgerschaft bereits besitzt, in der Kinzigstraße in Urberach. Sie möchte gerne bald wieder arbeiten und ist auf vielen Gebieten erfahren, vom Zimmermädchen bis zur Verkäuferin; doch zunächst ist sie ganz für ihre Töchter da, bis Salma drei Jahre alt wird.

Mit dem Grundgesetz unterm Arm wanderte Elisa Sardo, die jüngste der neuen Bundesbürgerinnen und Bundesbürger in Rödermark, durch die Kelterscheune. Foto: Ziesecke

In Marokko, wo ihre Schwester mit den drei Nichten und Neffen lebt und ihre Eltern alle Jahre mehrere Monate verbringen, war sie seit acht Jahren nicht mehr. Sie spricht fließend Deutsch und hat bei der letzten Wahl hier in Rödermark auch zum ersten Mal in ihrem Leben gewählt. Die deutsche Staatsbürgerschaft hat sie nun zusätzlich zu ihrer marokkanischen. Ihre Töchter, beide hier geboren, sind durch ihre Eltern Marokkaner und qua Geburt automatisch Deutsche; sie werden sich aber - da sie aus keinem Mitgliedsland der Europäischen Union abstammen - mit 18 für eine Nationalität entscheiden müssen.

Gemeinsam mit Nassira Azdad wurden während der öffentlichen Einbürgerungsfeier Rudora Espil-Weber von den Philippinen, Ermin Hamustavic aus Bosnien, Sedef Uyan und Sinan Yalin aus der Türkei, Mirza Mubarak und Joanna Stasiak-Sofu aus Polen, Amrin Khan aus Pakistan, Marie-Anne Rode aus Frankreich sowie Olga Nicolaew Breitenbach aus Russland als neue Staatsbürger begrüßt, ebenso Ewa Sardo mit ihrer Tochter Elisa, die mit drei Jahren an diesem Abend die Jüngste. Sie besitzt nun neben der polnischen Staatsbürgerschaft von Seiten ihrer Mutter und der italienischen von Seiten ihres Vaters auch noch die deutsche und schleppte den ganzen Abend über das hübsch verpackte Grundgesetz durch die Kelterscheune, das die Rödermärker Politiker allen Eingebürgerten als kleines Präsent überreichten.

Bürgermeister Roland Kern betonte daraus vor allem den ersten Satz, „den besten Satz der Welt“, der die Würde des Menschen als unantastbar erklärt und damit den Menschen vom Objekt zum Subjekt erhebe. Maria Becht freute sich über das geschichtsträchtige Datum dieser Feier: „Wir wollen heute Ihre Entscheidung gebührend feiern, mit der Sie beschlossen haben, Bürger dieses Landes und dieser Stadt zu werden.“

Gefragt, warum sie sich um die deutsche Staatsangehörigkeit bemüht habe, antwortete etwa Marie Anne Rode: „Ich lebe jetzt seit 30 Jahren in Deutschland und ich dachte, es sei langsam an der Zeit, dass ich mich zusätzlich zu meiner französischen auch für die deutsche Nationalität entscheide.“ Die polnische Staatsangehörige Joanna Stasiak-Sofu, in Rödermark bereits seit einigen Jahren als Mitglied im Ausländerbeirat bekannt, formulierte es in einer kurzen stellvertretenden Rede als Ehre, an diesem geschichtsträchtigen 23. Mai feierlich eingebürgert worden zu sein: „Dies drückt Ihren Respekt für uns aus.“ Herzlich bat sie alle mit ihr Eingebürgerten, den neuen Lebensmittelpunkt und dessen Kultur als Chance zu sehen, Vereine und Verbände, Nachbarschaftshilfen oder Religionsgemeinschaften näher kennen zu lernen, „und nutzen Sie Ihr Wahlrecht, das Sie mit diesem Pass erlangt haben, und helfen Sie mit, diese neue Lebensgemeinschaft auch gemeinsam zu gestalten!“

Musikalisch wurde die kleine Feierstunde von der Dietzenbach-Rödermärker Musikgruppe „Saitensprung“ mit internationalem Liedgut begleitet.

Quelle: op-online.de

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