Herzliches Gelächter über Ober-Röder Besonderheiten

Singstunde vor der Bahnschranke

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Die Mini-Garde begeisterte mit vielen kleinen Pippi Langstrumpfs die Zuschauer auf und vor der Bühne.

Ober-Roden - Es ist soweit: Rödermarks Narren werden von Prinzessin Claudia II. und Prinz Frank I. aus dem Hause Trageser regiert. Am Samstag Abend bekamen sie traditionell den Stadtschlüssel aus den Händen des Bürgermeisters überreicht.

Das unendliche Drama rund um die Ober-Röder S-Bahn-Schranke weiß die Gesangstruppe von Kurz + Bündig sinnvoll zu lösen: wenn die Leute schon nicht zueinander kommen können, können sie beim Warten wenigstens zusammen singen.

Sitzungspräsident Sascha Reisert verabschiedete auch jemanden, und zwar das letztjährige Prinzenpaar, und begrüßte ebenso die neuen Kinderregenten, Prinzessin Anna-Luisa I. (Sauer), und Prinz Yann-Xavier I. (Pacifique Rigual). Die jungen Tollitäten waren denn auch gleich beide beim Tanznachwuchs wirbelwindgleich auf der Bühne zu erleben. Am Sonntag, 9. Februar, werden sie bei der Kindersitzung ihren großen Auftritt haben.

Die TG-Fastnacht lebt von ihren drei Wurzeln, wie in den letzten Jahren immer deutlicher wird. Da sind zunächst zur großen Freude des Vereins die vielen eigenen Tanzgruppen: Mini- oder Midigarde wachsen ebenso in die Rollen der Prinzengarde hinein wie die Minimajoretten in jene der Majoretten und die Jazztanzgruppen in die der akrobatischen Formationen wie die Street-Life-Dancers, die das Bühnenprogramm mitreißend abschließen. Sie alle werden von Trainerinnen aus dem Verein begleitet. Das gilt auch für Tanzmariechen Celine Frank, die nach acht Kampagnen im nächsten Jahr nicht mehr auftreten wird. Einen tränenreichen Abschied gabs auch bei einigen der großen Gardetänzerinnen, die jedoch teilweise als Trainerinnen erhalten bleiben.

Prinzessin Claudia II und Prinz Frank I. bei ihrer hoheitlichen Antrittsrede in der ausverkauften TG-Halle.

Auf der Bühne bestachen am Samstag die Kleinsten als Pippi Langstrumpfs oder als Tirolerinnen ebenso wie die gestandenen Gruppen etwa als Kaminkehrer. Entwaffnend komisch sind die Herren der prinzlichen Hofgarde, diesmal mit einem bayerischen Schuhplattler. Das zweite Standbein sind die pointierten Gesangsgruppen aus den eigenen Reihen oder die im Ort verwurzelten musikalischen Gäste. „Kurz + Bündig“ etwa glänzte beifallumtost mit einer witzigen Paradenummer, der erzählten Geschichte rund um das Dauerübel Bahnschranke. Dieses Thema kann jeder Gast im Saal bewegt nachvollziehen. In Bestform auch wieder Norbert Köhler, diesmal mit Gitarre und amerikanischem Touch, „Heard by the NSA“ statt „Born in the USA“, wenn er singend die Ober-Röder in ihrem Obama-Fieber beschreibt.

Drittes Standbein, ohne das die Fastnacht keinen Spaß machen würde, sind die vielen Büttenbeiträge aus den eigenen Reihen. Sie sind unweigerlich mit dem Namen Reisert verbunden. Drei Reisert-Söhne in der Bütt, und jeder findet dennoch seinen eigenen Stil: Sitzungspräsident Sascha gewohnt perfekt und treffend als Protokoller, der Jüngste, Michi, aus der Playback-Show heraus in der Rolle des Redners und Sängers zugleich herzerfrischend gereift, und schließlich Boris, der Schnell- und Perfektredner, der mit seinem Rückblick auf die Rolle des Weddingplaners bei der Hochzeit des Bruders Sascha wieder einmal stehenden Applaus bekam. Was wäre die Ober-Röder Fastnacht ohne sie, die über Themen reden, die jeder kennt, aber auch über die Menschen, die auch jeder kennt – hier liegt eines ihrer Geheimnisse.

Auch die eingeladenen Bühnengäste von außerhalb – von Christof Visone mit seinem recht derben Beitrag über die nachvollziehbaren Szenen einer Ehe von „Hiltrud und Karlheinz“ bis zu Klaus Freier und Günter Raubach brachten die Narrenschar zum schallenden Gelächter – sie sind in Ober-Roden teilweise schon gut bekannt. TG-Präsident Karlheinz Weber und sein närrischer Elferrat können sich freuen: Sie haben wieder eine gute Kampagne mit einem herzlichen und charmanten Prinzenpaar und mit wunderbaren Sitzungs-Höhepunkten vor sich.

chz

Quelle: op-online.de

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