Viktoria Urberach

Hessenliga-Fußball auf der Kippe

Urberach - Ist der Hessenliga-Fußball in Rödermark ab Mai nur noch Geschichte? Der FC Viktoria Urberach kann als 15. den Abstieg zwar verhindern, aber der neue Vorstand richtet seinen Blick nach unten: Fünftliga-Fußball ist offenbar zu teuer.

„Wir müssen überall etwas sparen“, sagte der neugewählte Finanzchef Jürgen Braun. Die Viktoria-Führung werde im Januar oder Februar entscheiden, wie es weitergeht. Denn noch wisse der Verein nicht, ob auch alle Spieler bis zum Saisonende, geschweige denn darüberhinaus, bleiben. Hessenliga, eine Klasse tiefer, noch tiefer? Es gibt viele Möglichkeiten. Jürgen Braun will kein finanzielles Risiko eingehen. Junge Spieler, die für kleines Geld kicken, sind ihm am liebsten. Und er ist sicher: „Auch in der Landes- oder Gruppenliga gucken die Viktoria-Fans Fußball.“

Der sportliche Erfolg des FC Viktoria ist eng mit dem Namen Dietmar Erck verknüpft. Egal, wer gerade Präsident war oder ob es überhaupt einen gab: Mit Erck an der Spitze des Spielausschusses gab es nur einen Weg - den nach oben. In der Saison 2008/2009 spielte die Viktoria sogar lange um den Aufstieg in die Regionalliga Süd mit.

Ercks plötzlicher Tod im Frühjahr 2012 riss eine Riesenlücke und verschärfte die ohnehin schwelende Führungskrise. Finanzchefin Gabriele Heizinger erklärte am Tag der Mitgliederversammlung Mitte Dezember ihren Rücktritt und kam Insidern zufolge damit möglicherweise einer Abwahl zuvor.

Unruhiges Jahr

Jürgen Braun wurde zu ihrem Nachfolger gewählt und bildet jetzt mit Peter Zimmerer (Sport) und Thorsten Frank (Marketing und Sponsoren) das Führungstrio. „2013 wird ein unruhiges Jahr. Das weiß auch jeder im Verein“, sieht Braun schwere Zeiten auf den FC Viktoria zukommen. Aber es gibt auch Hoffnungszeichen. Der Viktoria-Beirat hat mit Michael Hock einen Vorsitzenden, der das Gremium mit beratender Funktion wieder auf die laut Satzung mögliche Höchstzahl von zehn Mitgliedern bringen will. Bei Veranstaltungen spürte Jürgen Braun in den vergangenen Wochen Aufbruchstimmung.

Das Wichtigste aber: Eine Insolvenz des Vereins steht nicht mehr zur Debatte. Entsprechende Gerüchte hatten vor der Winterpause auf den Sportplätzen der Region die Runde gemacht.

Vor fünf Jahren hatte Rödermark noch zwei Hessenligisten - als einzige Stadt im Land: den etablierten FC Germania Ober-Roden und Aufsteiger Viktoria Urberach. Germania-Präsident Norbert Rink brachte sogar ein gemeinsames regionalligataugliches Stadion ins Gespräch. Das hatte sich mit dem Germania-Abstieg 2010 aber erledigt.

Quelle: op-online.de

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