Hessenmeister im Mülltrennen

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Die Rödermärker haben ihre Restmüllmenge innerhalb eines Jahres quasi gedrittelt, dafür aber zehn Mal mehr Biomüll in die braune Tonne gesteckt.

Rödermark - (lö) Die Rödermärker machen ernst mit dem Abfallsortieren. Seit Anfang 2009 sank die Restmüll-Menge von rund 197 Kilogramm pro Kopf auf 73,5 Kilo. Gleichzeitig stopfte jeder Bürger 80 Kilo Biomüll in die braune Tonne, bislang waren‘s zehn Kilo.

Kein Wunder also, dass der Erste Stadtrat Alexander Sturm ein halbes Jahr nach der Einführung des neuen Abfallwirtschaftssystems eine „sehr, sehr positive“ Bilanz zog: „Die Entwicklung hat unsere kühnsten Prognosen übertroffen.“

Laut Sturm hat Rödermark bei der Mülltrennung in Hessen einen Spitzenplatz erobert und beim Restmüll sogar den Kreis Darmstadt-Dieburg hinter sich gelassen. Dessen Pro-Kopf-Menge von 80 Kilogramm galt lange als Bestwert und diente auch Rödermark als Vorbild.

Die neue Art der Müllentsorgung unterscheidet zwischen Grund- und Leistungsgebühr - 13 Leerungen der Restmülltonne sind die Basis, jede weitere kostet extra - und hat de facto die Biotonne im ganzen Stadtgebiet zum Standard gemacht. Wer Restmüll spart, spart auch Gebühren. Für die Entsorgung einer Tonne Restmüll muss die Stadt 239,50 Euro an die Rhein-Main-Abfall GmbH (RMA) zahlen. Biomüll kostet nur 65 Euro je Tonne.

Sorgen macht Sturm hingegen der Preisverfall beim Altpapier und anderen Wertstoffen. 2008 bekam die Stadt noch 75 Euro je Tonne Altpapier, innerhalb der vergangenen sechs Monate sank der Preis auf 19 Euro. Aufs Jahr hochgerechnet bedeute dies Mindereinnahmen von etwa 100 000 Euro. Die fehlen in der Gebührenkalkulation.

Mit 73,5 Kilo Restmüll (roter Balken) pro Bürger hat Rödermark sogar den Kreis Darmstadt-Dieburg hinter sich gelassen. Grün ist der Balken für Bio-, gelb der für den Sperrmüll.

Sturm wollte sich gestern nicht festlegen, ob die Gebühren stabil bleiben: „Gegebenenfalls ist durch die starke Reduzierung des Restmülls und die Entwicklung des Altpapierpreises eine Neukalkulation erforderlich.“ Klartext: Legt die RMA, über die die Stadt ihren Hausmüll entsorgen muss, die Fixkosten ihrer Deponien und Verbrennungsanlagen auf weiter sinkende Restmüllmengen um, kann‘s für den Bürger teurer werden. Sturm ist dennoch überzeugt: „Wer weiter intensiv trennt, wird auch 2010 weniger bezahlen als er es 2008 mit dem alten Abfallwirtschaftssystem getan hat.“

Quelle: op-online.de

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